Ausstattung von 1955 bis 1969 für Elektroladen gesucht – Ladentresen, Deckenlampen und Werkstatt-Geräte

Das waren Zeiten: Elektrofachgeschäfte öffneten in den 1950ern auf dem Land, moderne Lampen, Radios oder Fernseher waren in den Schaufenstern zu bestaunen und vor allem Jungen träumten davon, Radio- und Fernsehtechniker zu werden. Für seinen neuen Elektroladen in der „Königsberger Straße“ sucht das Freilichtmuseum am Kiekeberg jetzt vor allem Laden- und Werkstatteinrichtungen sowie einige Elektrogeräte von Mitte der 1950er bis Ende der 1960er Jahre. Die ausführliche Sammelliste steht unter www.kiekeberg-museum.de/objektspenden  zur Verfügung. Wer die passenden Objekte in der eigenen Sammlung hat oder einen Ansprechpartner kennt, wendet sich an Victoria Preuß unter (0 40) 79 01 76-63 oder preuss@kiekeberg-museum.de.

„Wir haben bereits viele Elektrogeräte in unserer Sammlung“, sagt Victoria Preuß, die den neuen Laden einrichtet. „Was uns aber vor allem fehlt, ist die typische Einrichtung: Von Regalen, Verkaufstischen und einem Tresen bis hin zu einem Regal für die Vinyl-Schallplatten und einer elektronischen Registrierkasse. Auch Deckenlampen von Mitte der 1950er bis Ende der 1960er können wir noch gebrauchen – wir hängen sie als ‚Lampenhimmel‘ auf.“ Besucher werden später direkt in dem Elektrofachgeschäft stehen. Und sie werden sehen: Früher wurden die Geräte vor Ort repariert. Auch dazu sucht das Freilichtmuseum noch Ausstattung. Victoria Preuß: „Wir können Werkbänke, Regale und Schränke gebrauchen, aber auch die typischen Werkzeuge und Instrumente eines Radio- und Fernsehtechnikers, zum Beispiel Oszillographen, Signalverfolger, NF-Generatoren, Messgeräte.“ Und vieles von den Kleinteilen, die die Techniker alltäglich nutzten: Lötkolben und Widerstände, Sicherungen, Transistoren, Dioden, Zangen…

Eine Besonderheit aus dem Landkreis Harburg ist für den Kiekeberg Gold wert: Radios der Firma Wobbe. Victoria Preuß erklärt: „1947 wurde in Winsen die Firma Wobbe gegründet, die Radios herstellte. Wir haben unglaubliche viele Radios in der Sammlung, aber eines – oder mehrere – von Wobbe hätten wir gern noch.“

Mit dem akribisch eingerichteten Elektroladen werden Besucher in die 1960er Jahre zurückversetzt: Er ist Teil der Ladenzeile, in der unter anderem ein Textilfachgeschäft und eine Fleischerei Einzug halten. Das ist neu: Zuvor fuhren Dorfbewohner zum Einkaufen in die nächstgrößere Stadt – und versorgten sich mit Lebensmitteln weitgehend selbst. Der Lebensrhythmus veränderte sich in der Nachkriegszeit. Die „Königsberger Straße“ zeigt den Wandel mit insgesamt fünf Gebäuden, passenden Gärten und Straßen mit gelber Telefonzelle, Spielplatz und Litfaßsäule. Bis 2023 stellt das Freilichtmuseum die Baugruppe mit Gebäuden fertig, die typisch für das Leben in der Nachkriegszeit sind und bis heute das Erscheinungsbild von Dörfern in ganz Deutschland prägen.

In der „Königsberger Straße“ zeigen Ausstellungen auch politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen in Deutschland. Bewohnergeschichten und Einzelschicksale aus der Zeit illustrieren besonders eindringlich die individuellen Auswirkungen. Das Museum wählte regionaltypische Gebäude mit aussagekräftigen Geschichten aus, die in gleicher Weise für die gesamtdeutsche Entwicklung stehen:

  • eine Tankstelle mit angeschlossener Werkstatt,
  • eine Ladenzeile mit modernen Geschäften,
  • ein Siedlungsdoppelhaus und ein Flüchtlingssiedlungshaus,
  • ein Fertighaus als neuer Bautyp, das aus einem Versandhauskatalog bestellt wurde und einen an den USA ausgerichteten, modernen Lebensstil verkörpert.

Finanzierung

Zahlreiche Förderer unterstützen das einmalige Projekt „Königsberger Straße“. Ihr Ziel ist es, die kulturellen Zeugen der unmittelbaren Nachkriegszeit für die Nachwelt zu erhalten und die Aufbauleistung darzustellen. Die „Königsberger Straße“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Bund), das Land Niedersachsen, den Landkreis Harburg, den Förderfonds Hamburg/Niedersachsen der Metropolregion Hamburg, die Stiftung Niedersachsen, die Stiftung Hof Schlüter, die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Stiftung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, den Lüneburgischen Landschaftsverband, die Klosterkammer Hannover, die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung und den Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Das Gesamtprojekt ist auf 6,14 Millionen Euro angelegt.