Mit dem 24:23 Sieg im Achtelfinale des DHB-Pokals über den TSV Bayer 04 Leverkusen verzeichneten die Handball-Luchse am 31. Januar 2021 den bisher größten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte. Für den Aufsteiger wurde ein Traum wahr: Einmal im Olymp Final-Four in der Stuttgarter Porsche Arena.

Nach den letzten beiden schwachen Spielen der Norddeutschen hätte diesen Triumph kaum jemand für möglich gehalten. Auch deshalb nicht, weil die Luchse bis dato noch nie ein Spiel gegen die Leverkusener Elfen siegreich gestalten konnten

Nervöser Spiel-Start und packende Führungswechsel

Zu Beginn des Spiels merkte man beiden Mannschaften die Anspannung deutlich an. Für die Luchse stand Evelyn Schulz wieder zur Verfügung und das sollte sich auszahlen, denn mit ihrer Präsenz stabilisierte sie die Abwehr der Mannschaft enorm. Da auch der TSV in der Deckung wieder stark agierte, entwickelte sich im ersten Abschnitt ein zähes, aber stets spannendes Spiel, in dem keine der beiden Angriffsreihen zu einfachen Toren kam. Die Führungen wechselten, zunächst lagen die Luchse durch ein Tor von Fatos Kücükyildiz mit 1:2 vorne, doch die Elfen konterten mit einem von Svenja Huber verwandelten Strafwurf zum 4:3. Dann übernahmen die Luchse wieder das Kommando und lagen beständig mit einem Tor in Führung, die aber nicht ausgebaut werden konnte, da die Rheinländerinnen immer wieder ausglichen. So folgte auf den Treffer zum 7:8 von Sarah Lamp prompt der Ausgleich durch Zoe Sprenger in der 20. Minute. In der 25. Spielminute schaffte der Favorit die erste Zwei-Tore-Führung für den TSV zum 11:9. Aber die Luchse hielten nicht nur den Anschluss, sondern sicherten sich durch Tore von Fatos Kücükyildiz, Sarah Lamp und Evelyn Schulz die knappe 11:12 Pausenführung.

Gastgeber Leverkusen performte nicht wie gewohnt

Im ersten Abschnitt der Partie konnten die Elfen nicht annähernd an die starke Leistung wie im Pflichtspiel gegen Borussia Dortmund anknüpfen. Zwar stand die Abwehr sicher, aber im Angriff scheiterten sie besonders im Rückraum an der überragenden Mareike Vogel im Tor der Luchse. Sie konnte im Zusammenspiel mit dem starken Mittelblock 45 Prozent der Würfe parieren und mit ihren gekonnten Paraden den Außenseiter im Spiel halten. In dieser Partie übernahm Fatos Kücükyildz die Rolle der Taktgeberin und zeigte wieder ihr großes Potential. Erstaunlich auch die Leistung von Evelyn Schulz, trotz großem Trainingsrückstand.

Nervenkitzel bis zum Schluss

Im zweiten Abschnitt der Partie kamen die Luchse gut aus der Kabine und schraubten durch Treffer von Marleen Kadenbach und Alexia Hauf den Spielstand auf 11:14. Durch technische Fehler kam es jedoch zu einem Bruch im Spiel der Luchse und Leverkusen konnte bis zur 39. Minute wieder die Führung erkämpfen. An der starken Abwehr durch Lilly Holste kamen die Norddeutschen bis zu ihrer Auswechslung kaum vorbei. Und auch in der 50. Minute gingen die Gastgeber durch Zoe Sprenger mit zwei Toren erneut in Führung. Erst in der 55. Spielminute schaffte Evelyn Schulz den 22:22 Ausgleich.

Die letzten fünf Minuten des Spiels waren auf beiden Seiten nichts für schwache Nerven. Denn schon wenige Sekunden nach dem Ausgleich gingen die Luchse dank Evelyn Schulz in Führung. Doch die Leverkusener blieben dran und schafften darauf wieder den Ausgleich. Dann wiederum setzte Fatos Kücükyildiz mit einem überraschenden Drehwurf die Zeichen auf Sieg für die Handball-Luchse und in den letzten Minuten des Spiels ließen sie sich den Triumph auch nicht mehr nehmen.

„Die Freude ist bei den Mädels riesengroß,beim Trainer-Team etwas gedämpfter. Das sind im Mai mitten im Abstiegskampf zwei zusätzliche Partien, die an die Substanz gehen werden.

Dubravko Prelcec, Trainer HL Buchholz 08-Rosengarten

Dennoch, das Erreichen des Final Four ist ein sensationeller Erfolg der Norddeutschen und zeigt, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, wenn unbeugsamer Kampfgeist, der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und nie nachlassender Siegeswille Berge versetzen.