Am achten Spieltag der 1. Bundesliga trafen die HL Buchholz 08-Rosengarten am 31.10.2020 in der Buchholzer NordHeideHalle auf den Tabellenachten SV Union Halle-Neustadt. In einem insgesamt schwachen Spiel vor 100 zugelassenen Zuschauern beim Duell der beiden Aufsteiger besiegten die Gäste aus Sachsen-Anhalt die Luchse verdient mit 20:18. Durch diesen Erfolg kletterten die „Wildcats“ mit 9:7 Punkten vorübergehend auf den sechsten Platz der Tabelle, während die Heimmannschaft nach der siebten Niederlage mit 2:14 Zählern weiterhin auf dem 14. Rang verbleiben. Erfolgreichste Werferinnen mit jeweils sechs Toren waren bei den Gästen Marija Gudelj und bei den Luchsen Kim Berndt.

Beim Duell der beiden Aufsteiger führten die Luchse nach 90 Sekunden durch Tore von Evelyn Schulz und Julia Herbst mit 2:0 und hätten in der Folgezeit bei mehr Konzentration auf 5:0 davonziehen können, aber die sich bietenden Chancen wurden kläglich vergeben. Die sehr nervösen Gäste kamen nur schwer ins Spiel, denn es dauerte bis zur neunten Minute ehe Swantje Heimburg nicht nur der erste Treffer gelang, sondern durch erfolgreiche Abschlüsse von Danique Boonkamp und Cecilie Woller in der 11. Minute die 2:3 Führung schafften. Nach 10 extrem schwachen Minuten der Luchse, die durch Fehlversuche und technische Fehler geprägt waren, überwand Marleen Kadenbach Anica Gudelj zum Spielstand von 3:3. Aber das Spiel der HL Buchholz 08-Rosengarten sollte nicht besser werden, denn durch einen 5-0-Lauf erkämpfen sich die Gäste eine 3:8 Führung. Doch die Luchse wären nicht die Luchse, wenn sie sich kampflos in ihr Schicksal fügen würden, also kämpften sie sich trotz schwachen Spiels wieder in die Partie zurück und mussten sich aufgrund ihrer statischen Angriffsbemühungen jedes Tor hart erarbeiten und konterten ihrerseits mit einem 5-1-Lauf zum knappen Halbzeitstand von 8:9 für die „Wildcats“. In dieser torarmen Begegnung voller Pleiten, Pech und Pannen war die Entscheidung noch lange nicht gefallen und versprach viel Spannung für die nächsten 30 Minuten.

Auffällig im ersten Abschnitt waren die vielen Wechsel von Trainer Dubravko Prelcec, wahrscheinlich um einen so eklatanten Konditionseinbruch wie im Spiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union zu verhindern, allerdings hatte dadurch auch keine Formation die Möglichkeit über einen längeren Zeitraum miteinander zu harmonieren und so zu Lösungen zu kommen. Die 3-2-1-Abwehr der Luchse griff über weite Strecken, aber Gäste Trainer Jan-Henning Himborn konnte mit dem variableren Spiel seiner Akteurinnen einige Akzente setzen, während die zu langsamen Angriffe der HL Buchholz 08-Rosengarten zu oft im Keim erstickt wurden.

Auch der zweite Abschnitt der Partie entwickelte sich zu einer Begegnung auf Augenhöhe, aber mit vielen Fehlern auf beiden Seiten und wenig Toren. In der 42. Minute gelang Kim Land wieder eine 12:11 Führung für die Luchse, aber auf Außen wurde Marija Gudelj zum Faktor und verwandelte all ihre Würfe zu sicheren Toren, so dass die „Wildcats“ sich bis zur 54. Minute mit vier Toren zum Spielstand von 14:18 absetzen konnten. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hatte Marijas Schwester Anica im Tor, die reihenweise beste Chancen der Luchse mit ihren Paraden vereitelte. Zwar gaben die Luchse wie immer nicht auf und kämpften unverdrossen weiter, aber ihre Mittel waren überschaubar und so reichte es am Ende nur noch zu einer Ergebnisverbesserung zum Endstand von 18:20.

Der sehr um Fassung bemühte Trainer der HL Buchholz 08-Rosengartem Dubravco Prelcec konnte seine Enttäuschung dennoch nicht verbergen: „Ich bin maßlos sauer über die gezeigte Leistung, denn wir haben dieses wichtige Spiel verloren, das wir niemals hätten verlieren dürfen. Der SV Halle-Neustadt hat uns heute so viel angeboten, aber mein Team war wie paralysiert. So lange keiner bereit ist wirklich Verantwortung zu übernehmen, um die Mannschaft zu führen, können wir nicht erfolgreich sein. Wir kamen so gut ins Spiel, aber danach verfielen wir postwendend in das alte Fehlermuster, denn im Angriff zeigte sich erneut die mangelnde Toreffizienz wie ein roter Faden. Zwar funktionierte unsere defensive 3-2-1-Abwehr, aber im Angriff waren wir nicht in der Lage den notwendigen Druck aufzubauen und Lösungen im Rückraum zu finden. Am Mittwoch hat meine Mannschaft im Pokal-Derby gegen den VFL Oldenburg die Gelegenheit sich zu rehabilitieren.“

Die HL Buchholz 08-Rosengarten haben diese richtungsweisende Partie von überschaubarem Niveau verdient verloren und laufen nun Gefahr den Anschluss zu verlieren. Wer das hochklassige 24:24 des SV Union Halle-Neustadt gegen die Neckarsulmer Sport-Union vor zwei Wochen verfolgt hat, war sicherlich überrascht, welche Qualitätseinbußen die Gäste in der NordHeideHalle offenbarten – eigentlich eine Steilvorlage für die Heimmannschaft, die aber erneut nicht genutzt wurde, Die Luchse scheiterten wieder an ihren schwachen Nerven und an ihrer limitierten Spielweise, die zu leicht auszurechnen ist, da von Außen kaum Tore erzielt werden. Besonders in der zweiten Halbzeit funktionierte die von Cecilie Woller glänzend organisierte Abwehr der Gäste und ließ nur 18 Gegentore zu. Entschieden wurde das Spiel von den beiden Kroatinnen Anica Gudelj im Tor und ihrer Schwester Marija auf Außen, die zu Beginn des Spiels drei Fahrkarten fabrizierte, dennoch das in sie gesetzte Vertrauen mit sechs Toren rechtfertigte. Es war von Beginn an klar, dass die Norddeutschen gegen die offensive und kompromisslose Abwehr nur über sehr schnelles Positionsspiel zum Erfolg kommen würde, wenn die erste und zweite Welle nicht funktionieren, was ja der Fall war. Die vielen Wechsel haben dem Spiel der Luchse nicht gut getan, denn der Rückraum war mit zu vielen Formationen besetzt, die nicht eingespielt wirkten und sich immer wieder festliefen. Mit 14 technischen Fehlern und 22 Fehlwürfen ist es nahezu unmöglich ein Spiel in der 1. Bundesliga zu gewinnen, zumal nur Kim Berndt und Mareike Vogel Normalform zeigten. Mattias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team fasst seine Eindrücke noch einmal zusammen:“ Wir sind alle sehr enttäuscht über die vermeidbare Niederlage. Erneut haben wir eine bewegliche 3:2:1-Abwehr gespielt, die nur 20 Gegentreffer zuließ. 18 erzielte Tore sind jedoch einfach zu wenig. Dabei lag es erneut an der Effektivität nach sehr gut heraus gespielten Möglichkeiten. Die Abschlussschwäche müssen wir schnellstmöglich ablegen, um bald wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu erringen.“