Am siebten Spieltag, den 24.10.2020 unterlagen die HL Buchholz 08-Rosengarten in ihrem Auswärtsspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union in der Ballei-Sporthalle am Ende deutlich mit 35:25. In der lange umkämpften Partie in der 1. Bundesliga war die Neckarsulmerin Irene Espinola Perez mit neun Toren am erfolgreichsten, bei den Luchsen traf Kim Berndt achtmal. Beide wurden als jeweils beste Spielerin ihrer Mannschaft ausgezeichnet. Die Süddeutschen kletterten durch ihren Erfolg mit 9:5 Punkten auf den fünften Platz der Tabelle, während die Gäste mit 2:12 Punkten auf dem 14. Rang verbleiben.

Die Luchse erwischten einen Blitzstart und führten nach zwei Minuten durch Tore von Marleen Kadenbach und Kim Berndt mit 0:2, doch innerhalb von 90 Sekunden verwandelte die Heimmannschaft den Rückstand in eine 3:2 Führung. Im weiteren Verlauf der Begegnung entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem die NSU vorlegte, die Luchse aber immer wieder ausgleichen konnten. Bis zur 15. Minute zogen die Süddeutschen durch einen 5-0 Lauf auf 9:5 davon, da die zu passive Luchse-Abwehr vor allen Dingen die erfolgreichen Abschlüsse aus dem Rückraum von der Spanierin Irene Espinola Perez nicht unterband. Ihrerseits scheiterten die Gäste bei klaren Tormöglichkeiten an der großartig parierenden Isabel Gois, so dass die NSU bis zur 21. Minute ihren Vorsprung auf sechs Tore ausbauen konnte. Aber wie so oft in den vergangenen Spielen kämpfte sich der Aufsteiger wieder ins Spiel und verringerte den Vorsprung der Neckarsulmer Sport-Union bis zur Pause auf drei Treffer zum Spielstand von 18:15.

Mit jeweils vier technischen Fehlern gab es einen Gleichstand, aber der größte Unterschied in der ersten Halbzeit zwischen beiden Mannschaften zeigte sich in der Wurfausbeute von den Außenpositionen, denn da trafen die Spielerinnen der NSU sechsmal, während bei den Luchsen bis zur Einwechselung der jungen Maj Nielsen in der 27. Minute alle Versuche von Isabel Gois gemeistert wurden. Durch diesen Umstand konnte sich die Abwehr der Neckarsulmer Sport-Union in der Mitte verdichten und weitgehend die sonst so gefährlichen Aktionen der Achse Kim Berndt und Kreisspielerin Evelyn Schulz unterbinden.

Trotz aller Defizite der Gäste war der Ausgang des Spiel noch völlig offen, denn die Heimmannschaft konnte ihren Vorsprung nicht weiter ausbauen, da Marleen Kadenbach in der 35. Minute auf 20:18 verkürzte. Carmen Moser und Irene Espinola legten aber mit ihren Toren zum 22:18 nach. Diesen Vier-Tore-Vorsprung hielten die Süddeutschen beharrlich bis zur 43 Minute, denn die für Isabel Gois ins Tor gewechselte junge Sarah Wachter zeigte auch ihre Klasse oder die Luchse scheiterten mit ihren Würfen am Pfosten. Aber die Gäste kämpften unermüdlich weiter und als Svea Geist in der 45- Minute auf 26:24 verkürzte, zückte NSU Trainerin Tanja Logvin die grüne Karte, um ihre Mannschaft für die Schlussphase einzustellen, dennoch gelang Maj Nielsen der erneute Anschlusstreffer zum 27:25 und Kim Berndt hatte Pech als sie nur den Pfosten traf. Die Luchse, die mit einigen angeschlagenen Spielerinnen die Partie bestreiten mussten, bauten aber in den verbleibenden Minuten konditionell stark ab und mussten durch viele technische Fehler einen 6-0 Lauf der Neckarsulmer Sport-Union zum Endstand von 33:25 hinnehmen.

„Wir wollten eigentlich unsere Fehler minimieren und unsere Wurfquote verbessern, das ist uns in diesem Spiel leider nicht gelungen. Meine Mädels haben sich trotz der miserablen Chancenverwertung nicht beirren lassen und einer sehr starken NSU lange einen beherzten Kampf geliefert, aber die Schlussphase war natürlich frustrierend für uns. Wir müssen unsere Punkte gegen andere Gegner holen, denn bis auf Oldenburg haben wir alle Niederlagen gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel bekommen. Für mich ist es wichtig das Positive aus dem Spiel mitzunehmen und mein Team weiter aufzubauen. Über weite Strecken des Spiels bin ich mit den gezeigten Leistungen zufrieden und ich hoffe, dass unsere angeschlagenen Spielerinnen in der nächsten Woche wieder ihre volle Leistungsstärke abrufen können“, hofft Dubrako Prelcec, der Trainer der HL-Buchholz 08-Rosengarten.

Deutlich wurde, dass Marleen Kadenbach trotz ihrer vier Tore noch sehr gehandicapt wirkte. Ein Lichtblick in dieser Partie war das Wirken der erst 18-jährigen Maj Nielsen, die nach ihrer Einwechslung mit ihren Abschlüssen von Außen deutlich gemacht hat wie sich das Spiel positiv verändern kann, wenn man zum Faktor auf dieser Position wird. Entscheidend für die Niederlage war aber, dass die Luchse-Abwehr Selina Kalmbach, Nathalie Hendrikse und Isabel Espinola Perez nie richtig in den Griff bekam. Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team ist sehr enttäuscht über den Verlauf des Spiels: „Wir hatten uns nach der guten Leistung in der zweiten Halbzeit aus der Vorwoche gegen Blomberg viel für das Spiel gegen Neckarsulm vorgenommen. Trotzt der 16 vergebenen klaren Abschlussmöglichkeiten stand es 12 Minuten vor Schluss nur 27:25 und ein Sieg schien noch möglich. Leider gelang uns kein einziger Torerfolg mehr und wir mussten am Ende eine vom Ergebnis zu hohe Niederlage hinnehmen. Am kommenden Wochenende müssen wir viel effektiver beim Torwurf agieren, um gegen Halle die Punkte zu holen.“ 

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