Im Oktober startet die Grippesaison. Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Menschen, für die die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Influenzaimpfung empfohlen hat, sollten jetzt einen Impftermin mit ihrem Arzt vereinbaren. Das sind vor allem Menschen über 60 Jahre und chronisch Erkrankte.

Die wegen der Corona-Pandemie notwendigen AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) schützen ebenso vor einer Infektion mit dem Grippevirus. Das zeigen Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza. Im März dieses Jahres sanken mit Beginn der Kontaktbeschränkungen die Influenzameldungen im Vergleich zu den Vorjahren sehr deutlich und abrupt (Quelle: RKI, Epidemiologisches Bulletin 16/2020). Dennoch ist es jetzt wichtig, sich impfen zu lassen, vor allem für Patienten der Risikogruppe, sagt Markus Schrader von der IKK classic: „Gerade diese Personen haben ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Krankheitsverläufe einer Influenza, oftmals verbunden mit einer stationären Krankenhausbehandlung. Es ist also besonders wichtig, dass sich gerade diese Personen mit der Impfung schützen.“

Impfquote in der Vergangenheit zu niedrig

Gerade im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen wichtig, um in der Grippewelle schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern (u.a. bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) zu vermeiden. Leider nehmen zu viele Betroffen diese Impfempfehlung nicht ernst. Nach Angaben der STIKO lagen die Impfquoten in der Saison 2018/2019 bei den über 60-Jährigen bei 35 Prozent, bei Personen mit chronischem Grundleiden bei ca. 20 bis 50 Prozent (Quelle: RKI, Epidemiologisches Bulletin 32-33/2020). „Diese Zahlen zeigen sehr deutlich, dass viele Risikopatienten die Gefahren einer Influenzainfektion unterschätzen“, warnt der IKK classic-Regionalgeschäftsführer. Er appelliert an die Betroffene, sich auf jeden Fall vom Arzt beraten zu lassen. Angst vor möglichen Kosten bräuchten sie nicht zu haben, die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Beratung und Impfung beim Arzt für ihre Versicherten, denen die STIKO die Influenza-Impfung empfiehlt. Personen, die nicht von der STIKO genannt sind, aber eine Influenzaimpfung wünschen, rät die IKK classic, sich vorher wegen der Kostenübernahme mit ihrer Krankenkasse in Verbindung zu setzen.

Wem empfiehlt die STIKO eine Influenzaimpfung?

  • Personen, die älter als 60 Jahre sind
  • Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane (z. B. bei Asthma), Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Krankheiten wie multiple Sklerose, angeborene oder später erworbene Störungen des Immunsystems, HIV-Infektion
  • gesunden Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlichen Gesundheitsrisiken unabhängig vom Schwangerschaftsstadium
  • Bewohnern von Alten- oder Pflegeheimen

Außerdem wird die Impfung empfohlen für:

  • Personen mit stark erhöhtem Risiko sich anzustecken (z. B. Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr oder Beschäftigte im medizinischen Bereich mit Patientenkontakt, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften)
  • Personen (z. B. Angehörige, Pflegende), die im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierte Wirksamkeit der Grippeimpfung gibt, wie z. B. Personen mit dialysepflichtiger Nierenerkrankung oder Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche.

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen.

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