Ein gutes Dutzend Heidschnucken und eine Handvoll Ziegen des Handeloher Schäfers Ekkehard von Hörsten kümmern sich am Regenrückhaltebecken des Gewerbegebiets um den Grünschnitt und erledigen damit, was sonst Aufgabe der Mitarbeiter des Buchholzer Baubetriebshofes ist.

Schon länger trieb Sacha Baustian die Idee um, die Wirtschaftlichkeit des Betriebshofes gerade auch mit ökologischen Maßnahmen zu verbessern. Zum Beispiel Grünlandbeweidung durch Tiere statt der Mahd mit Maschinen. Als der Leiter des Buchholzer Baubetriebshofes den Schäfer bei einem zufälligen Treffen im Büsenbachtal darauf ansprach, war dieser gleich überzeugt. „Herr v. Hörsten suchte wegen der Wölfe eingezäunte Flächen für seine Tiere“, berichtet Baustian. Mit den Regenrückhaltebecken am Trelder Berg, deren Einfriedungen mit gut zwei Metern Höhe wolfsicher sind, hatte er das ideale Angebot. Und so wurde man sich, in Absprache mit den Fachdienst, schnell einig „Wir haben hier eine echte Win-Win-Situation“, freut sich Baustian, „wir tun etwas für den Klimaschutz, sind wetterunabhängig, tragen zum Erhalt von regionaltypischen Schafherden bei – und sparen auch noch Geld.“

Von Hörstens gesamte Herde umfasst 250 Tiere

„Die Stadt hat richtig viel davon“, sagt auch von Hörsten. Gleichwohl sieht er auch seine Vorteile. „Die Becken sind für meine Schnucken optimal.“ Zudem müsse er keinen Elektrozaun aufstellen und diesen, da sie gern mal überwunden werden, täglich kontrollieren. Genug Arbeit mit seiner rund 250-köpfigen Herde hat von Hörsten trotzdem. Rund sechs Stunden kümmert er sich Tag für Tag um seine Tiere. Die – zur Freude vieler (Nah-)Erholungssuchenden – unter dem Jahr im Büsenbachtal und am Brunsberg unterwegs ist. „Ich habe halt diesen Spleen, obwohl es sich wirtschaftlich betrachtet nicht lohnt.“

Bald ist Winterpause für die tierischen Helfer

In Spitzenzeiten grasten bis zu 200 von von Hörstens Schnucken am Trelder Berg. Inzwischen ist die Herde hier allerdings auf gut 30 Nutztiere geschrumpft. Noch rund zwei Wochen, bis zum Ende der Wachstumsperiode, werden sie das Grün im rund drei Hektar großen Areal schön kurz halten. Dann geht es zurück in den Stall. „Normalerweise mähen wir unsere Regenrückhaltebecken zweimal im Jahr“, erläutert Baustian. Am Trelder Berg sollen das ab dem kommenden Frühjahr wieder die Heidschnucken und Ziegen von Ekkehard von Hörsten übernehmen.

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  • Schnucken am Trelder Berg: Für Sacha Baustian (links) und Ekkehard von Hörsten eine Win-Win-Situation: Stadt Buchholz