Heute, am 12. September, ist Tag der Ersten Hilfe. Die Johanniter appellieren: Helfen kann jeder! Sie geben Tipps, wie ihr Euch im Notfall verhalten solltet. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut“, betont Dorit Schneider Stegelmann, Fachbereichsleitung Breitenausbildung bei den Johannitern im Regionalverband Harburg.

Vielen Menschen ist unwohl bei dem Gedanken, Erste Hilfe leisten zu müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Gerade während der Corona-Pandemie sind viele Menschen besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie kann man bei einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? „Grundsätzlich gilt: Einen Notruf abzusetzen und die Unfallstelle abzusichern, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie“, sagt Erste-Hilfe-Expertin Dorit Schneider-Stegelmann. Wer zu einer Corona-Risikogruppe gehöre, sollte am besten andere Personen aktiv ansprechen, Erste Hilfe zu leisten. Wichtige Infos und Erklär-Videos zu verschiedenen Erste-Hilfe-Themen findet Ihr unter http://www.johanniter.de/corona-erste-hilfe.

Die fünf wichtigsten Verhaltensregeln bei einem Notfall:

  1. Überblick verschaffen. Um die Situation einschätzen zu können, solltet Ihr Euch zunächst einen Überblick verschaffen: Was ist passiert? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie viele Verletzte gibt es? Sind diese ansprechbar? Sind schon andere Helfer aktiv?
  2. Sich selbst und andere schützen. Dies spielt insbesondere bei Unfällen im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Schaltet Euer Warnblinklicht ein und fahrt langsam an die Unfallstelle heran. Parkt Euer Fahrzeug mit ausreichendem Abstand und stellt das Warndreieck auf. Lauft auf dem Weg zur Unfallstelle, wenn möglich, hinter der Leitplanke. Stellt dann die Zündung des Unfallwagens ab. Achtet auf Anzeichen eines Brandes.
  3. Retten aus dem Gefahrenbereich. Droht dem Verunfallten eine Gefahr, z.B. durch Feuer oder Rauch, solltet Ihr den Betroffenen mit Hilfe des sogenannten Rautek-Rettungsgriffes aus dem Gefahrenbereich bringen. Greift dazu mit beiden Händen von hinten unter seinen Achseln durch und umfasst einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen.
  4. Notruf absetzen. Alarmiert den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112. Wenn sich jemand in der Leitstelle meldet, konzentriert Euch darauf, die folgenden W-Fragen zu beantworten: Wo hat sich der der Notfall ereignet? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welcher Art sind die Verletzungen? Wichtig: Nicht auflegen, sondern auf Rückfragen warten!
  5. Erste Hilfe leisten: Prüft, ob die verletzte Person bei Bewusstsein ist und ob sie normal atmet. Ist der Betroffene ohne Bewusstsein, die Atmung aber normal, bringt ihn in die stabile Seitenlage. Atmet der Betroffene nicht oder ungleichmäßig, muss umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Am wichtigsten ist dabei die konsequent und möglichst lückenlos durchgeführte Herzdruckmassage – 100 bis 120 Mal pro Minute. Setzt die Wiederbelebung fort, bis der Rettungsdienst eintrifft. Wechselt Euch ggf. mit anderen Helfern ab.

Bildquellen

  • Erste Hilfe: Johanniter
  • Fahrradunfall: Johanniter