Wenn Arzneimittel krank machen: Löns Apotheke klärt auf

Bestimmte Krankheitsbilder bedingen eine langfristige Einnahme von Arzneimitteln. Dazu gehören beispielsweise Diabetes, Asthma, Epilepsie oder auch Bluthockdruck. Doch genau diese Dauermedikation kann zu einer Unterversorgung mit wichtigen Mikronährstoffen führen. Meist ist dies ein schleichender Prozess. Bleibt der Mangel langfristig unerkannt, kann er erhebliche gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Dr. Alexander Schmitz, Apotheker, zertifizierter Mikronährstoffberater und Inhaber der Löns Apotheke, klärt im Interview auf und gibt Tipps, was Patienten beachten sollten.

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Buchholz Connect: „Unser Körper braucht Vitamine und Mineralstoffe für lebenswichtige Funktionen. Sind wir Deutschen im Schnitt eigentlich gut mit Vitaminen versorgt?“

Quelle: Löns Apotheke
Dr. Alexander Schmitz

Alexander Schmitz: „Das kommt ganz darauf an, wie man sich ernährt. Wer täglich frisches Obst und Gemüse zu sich nimmt und auf einen ausgewogenen, abwechslungsreichen Speiseplan achtet, der sollte auch gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sein. Einzig bei Vitamin D wird es schwierig, da man hier große Mengen an beispielsweise fettreichem Fisch oder Lebertran verzehren müsste. Die wichtigste Vitamin D-Quelle für uns ist die Sonne. Da die Sonneneinstrahlung im Winter allerdings erheblich verringert ist, leiden in dieser Zeit etwa 80 Prozent der deutschen Bevölkerung an einer Unterversorgung mit Vitamin D. Daher ist – gerade in der dunklen Jahreszeit – eine Ergänzung hier wirklich sinnvoll“.

Vitamin D beeinflusst viele Vorgänge im Körper

BC: „Für was genau benötigt unser Körper Vitamin D?“

AS: „Es wird in Leber und Niere zum stoffwechselaktiven Vitamin D-Hormon Calcitriol umgebaut. Hunderte von Stoffwechselvorgängen in vielen unserer Organe werden durch das Vitamin D 3-Hormon beeinflusst. Zu den wichtigsten zählen die Mineralisierung der Knochen, die Funktion von Herz, Gehirn, Immunsystem, Muskeln und vieles mehr.“

BC: „Wie kann ich feststellen, ob ich einen Nährstoffmangel habe?“

AS: „Jeder, der seinen Nährstoffhaushalt überprüfen lassen möchte, kann dies anhand von Blutwerten über den Hausarzt bestimmen lassen. Das ist allerdings nicht kostenfrei, denn die Analyse erfolgt extern in einem spezifizierten Labor. Dennoch kann sich die Investition lohnen. Denn ein Nährstoffmangel entwickelt sich schleichend und kann oft über Jahre hinweg unentdeckt bleiben – manchmal mit gravierenden Auswirkungen für den Betroffenen. So kann eine langfristige Unterversorgung beispielsweise den Immunstatus schwächen, was zu einem vermehrten Auftreten von Infektionskrankheiten führt. Ich rate allerdings dringend von einer wahllosen Selbstmedikation mit Nahrungsergänzungsmitteln ab, da das auch schnell gefährlich werden kann. Hier sollte immer eine Indikation seitens des Arztes vorliegen.“

Achtet auf mögliche Symptome!

BC: „Wie äußert sich ein Nährstoffmangel, auf welche Symptome sollte man achten?“

AS: „Müdigkeit, Antriebsarmut, Muskelschwäche, Taubheitsgefühle sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit können beispielsweise Anzeichen eines Nährstoffmangels sein.“

BC: „Auch Arzneimittel können dem Körper wichtige Nährstoffe entziehen. Bei welchen Medikamenten sollte man hier aufpassen, bzw. welche Patienten können davon betroffen sein?“

AS: „Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck, chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, Asthma, Epilepsie und Krebs sollten sich bei den gerade genannten, lang anhaltenden Symptomen, unbedingt ärztlich beraten und ihren Nährstoffhaushalt überprüfen lassen. Aber auch Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Mikronährstoffbedarf. Und gerade bei älteren Menschen, die mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen müssen, steigt mit jedem Medikament das Risiko eines Mikronährstoffmangels. Darüber hinaus muss hier unbedingt beachtet werden, dass sich die Medikamente nicht wechselseitig negativ beeinflussen. An dieser Stelle jetzt alle Medikamente aufzuführen, die einen Mikronährstoffmangel zur Folge haben können, würde zu weit führen, aber ich habe einen Tipp für die Leser von Buchholz Connect. Die Seite https://naehrstoffbedarf.info/ liefert einen guten Überblick.“