Für die nächsten zweieinhalb bis drei Jahre plant die Sparkasse Harburg-Buxtehude keine Beratungscenter zu schließen. Diese Pläne gab der Vorstand auf seiner Halbjahres-Pressekonferenz bekannt. Außerdem zogen die Vorstände Andreas Sommer und Sonja Hausmann eine positive Bilanz, wie die digitale Beratung in Corona-Zeiten funktioniert hat und kündigten finanzielle Unterstützung für Vereine an.

Die Positionierung als Hausbank war aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden Andreas Sommer gerade während der Corona-Krise wertvoll für die Kunden. Doch auch die Sparkasse Harburg-Buxtehude selbst ist mit diesem Konzept gut durch die turbulenten letzten Monate gekommen. Sommer erläuterte, dass es ein gewisser Kraftaufwand war, auf der einen Seite in der Krise dicht an der Seite der Kunden zu stehen und auf der anderen Seite Mitarbeiter und Kunden zu schützen. Dies gelang vor allem durch die intensive Nutzung digitaler Kanäle und des Telefons. „Wir haben unsere Privatkunden, insbesondere aber auch den Mittelstand in der Region, als verlässlicher Partner durch die Krise begleitet.“ Dem eigenen Anspruch, eine Hausbank zu sein, die diesen Namen auch verdient, sei die Sparkasse Harburg-Buxtehude laut Sommer gerecht geworden.

Digitalisierung und Vor-Ort-Präsenz nebeneinander

In der Corona-Krise habe die Bank schnell dazulernen müssen, vor allem im Bereich der Digitalisierung. Aber: „Über die Hälfte unserer Mitarbeiter nutzt jetzt mobiles Arbeiten, Telefon- und Videokonferenzen sowie Webinare sind bei uns mittlerweile selbstverständlich“, erzählt Sommer. Die Sparkasse plane in absehbarer Zeit aber nicht, Filialen zu schließen. „Wir entwickeln uns konsequent in der digitalen Welt weiter und sind gleichzeitig sehr nah an den Menschen in unserer Region“, so Vorstandsmitglied Sonja Hausmann. Die 20 Beratungscenter sollen für die nächsten zweieinhalb bis drei Jahre bleiben.

Die Krise ist da, aber weniger stark als befürchtet

Standen erst Rede und Antwort und dann für die
Fotografen bereit: (v.l.) Holger Iborg, Andreas Sommer,
Sonja Hausmann und Bodo Ihlenburg

Die wirtschaftlichen Folgen der Krise spüre die Sparkasse natürlich auch, wenn auch nicht so stark, wie noch im März befürchtet. „Die große Flut an Anfragen auf Förderkredite ist nicht bei uns eingetroffen“, so Holger Iborg, Direktor Firmenkunden und Private Banking. Insgesamt hat die Sparkasse-Harburg Buxtehude rund 70 Anträge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Höhe von insgesamt 22 Mio. Euro gestellt. Bei 470 Darlehnskonten wurden wegen Corona Zahlungsaussetzungen vereinbart. Iborg ist vorsichtig, was eine Prognose anbelangt: „Die kommenden Monate bergen im Firmenkundensegment Risiken. Wie stark uns diese treffen, hängt davon ab, wie lange der konjunkturelle Einbruch andauert.“ Auf Seiten der Sparkasse gehen die Verantwortlichen aber davon aus, dass nicht alle Unternehmen diesen Einbruch finanziell überleben werden.

Finanzielle Unterstützung für gemeinnützige Vereine

Trotz einer ungewissen Zukunftsprognose unterstützt die Sparkasse Harburg-Buxtehude gemeinnützige Vereine und Institutionen mit 100 000 Euro Corona-Hilfen. „Unser Motto heißt Gemeinsam da durch“, so Andreas Sommer, daher würden Institutionen aus den Bereichen Sport, Musik, Kultur und Soziales mit bis zu 5000 Euro pro Antrag gefördert. 30 entsprechende Anfragen gingen bislang ein.

Altvertäge des Prämiensparens werden gekündigt

Schluss hingegen ist zum 30. November 2020 mit den Altverträgen des Prämiensparens bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude. „Die Niedrig- bzw. Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank führt Sparkasse und ihre Kunden in diese Situation“, erläutert Sonja Hausmann. Mit den Inhabern der 5500 Prämiensparverträge habe man sich aber bereits rechtzeitig in Verbindung gesetzt. „Wir klären die betroffenen Kundinnen und Kunden auf und sprechen mit ihnen über alternative Lösungsmöglichkeiten. Wir lassen unsere Kunden hierbei nicht allein“, so Hausmann. Die bisherige Resonanz auf diese Gespräche sei „überwiegend positiv“.

Bildquellen

  • Sparkasse in Buchholz: Sparkasse Harburg-Buxtehude