Von Dezember bis Oktober sorgen Pollen in der Luft für allergische Reaktionen wie etwa Niesen, Augenjucken oder Husten. Etwa 12 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Heuschnupfen und sogar noch mehr an einer Allergie, bspw. gegen Nahrungsmittel oder Insektenstiche. Vielen verdirbt die Allergie besonders den Sommer. Daher haben wir Hanna Hahn, Apothekerin der Löns Apotheke, nach den Ursachen einer Allergie sowie nach den wichtigsten Behandlungsmethoden gefragt.

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Buchholz Connect: „Warum bekommen manche Menschen eigentlich eine Allergie, während andere verschont bleiben?“

Hanna Hahn: „Genaue Ursachen und die Entstehung von Allergien sind noch nicht vollständig geklärt, sicher ist, dass eine Störung des Immunsystems zugrunde liegt. In der Wissenschaft kennt man heute ca. 150 Genvarianten, die Allergien begünstigen können. In Kombination mit bestimmten Umweltfaktoren, wie hohe Pollenbelastung, einem geschwächtem Immunsystem, belasteten Wohnräumen oder Umweltschadstoffen, können bei genetisch vorbelasteten Menschen allergische Reaktionen auftreten.“

BC: „Woran erkenne ich denn überhaupt sicher, ob ich eine Allergie habe?“

Prick-Test beim Arzt

HH: „Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Allergiearten, wie z.B. Kontaktallergie, Nahrungsmittelallergie oder Sonnenallergie, die jeweils mit einer spezifischen Symptomatik einhergehen. Die in dieser Jahreszeit häufig auftretende Allergie auf Pollen geht bei Betroffenen mit verschiedenen Beschwerden einher. Dazu zählen z.B. Fließschnupfen und häufiges Niesen, juckende und tränende Augen, Heiserkeit, Halsentzündungen, Atembeschwerden und Abgeschlagenheit. Wogegen man genau allergisch reagiert und ob es sich um eine echte Allergie, oder nur um eine Überreaktion handelt, kann der Arzt z.B. durch einen Blut- bzw. den sogenannten Prick-Test auf der Haut nachweisen.“

Viele Allergiearten, verschiedene Symptome

BC: „Es gibt unzählige Präparate, die Heuschnupfen-Geplagten helfen sollen – doch welche brauche ich?“

HH: „Welche Präparate man beispielsweise bei einer Allergie gegen Pollen benötigt, hängt vor allem von der vorliegenden Symptomatik ab. Wenn tränende Augen und/oder eine laufende Nase die alleinigen Symptome sind, reicht es oft aus, diese Beschwerden z.B. lokal mit antihistaminischen Augentropfen oder Nasenspray zu behandeln. In vielen Fällen reicht das allerdings nicht aus, oder es werden damit nicht alle Symptome abgedeckt, dann kann man als Allergiker gut auf Antihistaminika in Tablettenform zurückgreifen. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, eine Allergie mit pflanzlichen oder homöopathischen Präparaten zu behandeln. Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen, wie bspw. Magnesium, Zink und Calcium sowie Vitamin C ist hilfreich, um den Körper während der Allergiezeit gut zu unterstützen.“   

Bei starken Beschwerden muss der Arzt helfen

BC: „Welche Produkte helfen besser: Verschreibungspflichtige vs. freiverkäufliche Antiallergika? Gibt es hier Unterschiede?“

Apothekerin Hanna Hahn

HH: „Oft ist es völlig ausreichend, auf die gut wirksamen freiverkäuflichen Antiallergika zurückzugreifen. In den letzten Jahren wurden zudem verschiedene Wirkstoffe aus der Verschreibungspflicht entbunden, kortisonhaltige Nasensprays mit Mometason, sowie die Antihistaminika Desloratadin und Levocetirizin gibt es nun auch ohne Rezept bei uns in der Apotheke. Sollte die Einnahme dieser Antihistaminika nicht ausreichen, ist der Gang zum Arzt angebracht. Verschreibungspflichtig sind außerdem Wirkstoffe und Darreichungsformen, die z.B. die Lunge betreffen, wie Dosieraerosole mit Kortison oder bronchienerweiternder Wirkung. Auch Kortisone zum Einnehmen bei starker Symptomatik oder sogenannte Notfallsets, die bei einem anaphylaktischen Schock angewendet werden, gehören in die Hand des Arztes.“

BC: „Kann es auch Reaktionen auf Antiallergika geben?“

HH: „Die wohl häufigste Reaktion oder Nebenwirkung auf ein oral eingenommenes Antihistaminikum ist die Müdigkeit. Um diese Reaktion abzumildern oder weniger spürbar zu machen, empfiehlt sich die Einnahme am Abend. Auch Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Mundtrockenheit oder Übelkeit können gelegentlich auftreten.“  

Vorsicht bei Atemproblemen und Insektenstichen!

BC: „Bei welchen Allergie-Symptomen sollte man vorsichtig sein?“

HH: „Man sollte vorsichtig sein, wenn man allergiebedingt unter starken Einschränkungen bei der Atmung leidet, das notwendige Dosieraerosol für die Bronchien sollte man stets bei sich tragen. Gefährlich wird es auch bei Insektenstichen im Mund, Rachen oder Hals. Schwillt der Stich in diesem Bereich stark an, kommt es schnell zur Atemnot. Auch ein anaphylaktischer Schock kann lebensbedrohlich sein, innerhalb weniger Minuten kann die Akutreaktion des Immunsystems fatale Folgen haben.“  

BC: „Oft heißt es, dass Regen Pollenallergikern Linderung bringt. Doch manche reagieren besonders stark bei Regen in der Pollensaison, warum?“

HH: „Meist ist es für Allergiker sehr erleichternd, wenn es in der Allergiesaison etwas regnet. Die Luft wird von den Pollen gereinigt. Schwieriger wird es bei Starkregen, denn der bringt die Pollen regelrecht zum Platzen. Dabei entstehen noch mehr und kleinere Allergene, die für Allergiker problematisch werden.“

Helfer gegen Allergien im Online-Shop

Hanna Hahn und Ihre Kolleginnen und Kollegen beraten Euch gerne individuell bei Euren Allergiebeschwerden. Unter der Rubrik „Allergie & Heuschnupfen“ könnt Ihr im Online-Shop der Löns Apotheke alle Präparate bestellen, die Euch durch die pollenreiche Zeit helfen.

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