Wenn Ihr auf den Straßen im Landkreis Harburg unterwegs seid, müsst Ihr in den kommenden Wochen mit vermehrtem Wildwechsel rechnen. In Kürze beginnt die Paarungszeit des Rehwilds, außerdem sorgt die anstehende Getreideernte für mehr Mobilität bei den Tieren.

In der Paarungszeit ist das Rehwild zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv und besonders die Rehböcke auf der Suche nach Partnerinnen. Hinzu kommt, dass in den nächsten Wochen die Getreideernte beginnt. Nur der Mais bietet den Tieren dann noch Deckung und Schutz. Auf der Suche danach überwinden die Wildtiere oft große Entfernungen und überqueren dabei auch sehr oft Straßen, was sie selbst und alle Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen kann. Gerade in den Sommer- und Herbstmonaten halten sich die Tiere in erster Linie in der Feldmark auf und suchen hier nach Futter, daher sind sie nicht nur im Wald anzutreffen.

Verkehrssicherheitsberater Dirk Poppinga

Gefahr eines Wildunfalls nicht unterschätzen

1370 Wildunfälle ereigneten sich 2019 im Landkreis Harburg, überwiegend mit Rehen. Daher warnt Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg: „Bei einer Geschwindigkeit von nur 50 km/h beträgt das Gewicht des Aufpralls das 25-fache, also beispielsweise rund 500 kg bei einem Reh und mehr als 2 Tonnen bei einem ausgewachsenen Wildschwein!“

Wildunfall – die wichtigsten Tipps

  • Fahrt, nicht nur in Waldgebieten, aufmerksam und beobachtet den Seitenraum der Fahrbahn. Bei Dunkelheit reflektieren die Augen des Wildes das Scheinwerferlicht und sind so erkennbar!
  • Wenn Ihr Wild bemerkt, verringert die Geschwindigkeit und macht Euch bremsbereit, blendet das Fernlicht ab! Rechnet immer mit mehreren Tieren!
  • Solltet Ihr nicht mehr rechtzeitig bremsen können, haltet das Lenkrad fest und versucht nicht, dem Tier auszuweichen!
  • Nach einer Kollision mit einem Wild haltet unverzüglich an und schaltet das Warnblinklicht ein!
  • Ruft die Polizei an und beschreibt genau den Unfallort, die Polizei gibt den Unfallort zeitgleich oder später an den zuständigen Jagdpächter weiter!
  • Fasst kein verletztes Wildtier an, haltet Abstand und wartet auf die Polizei oder den zuständigen Jäger!
  • Nehmt kein verletztes oder totes Wild mit, das wird unter Umständen als Jagdwilderei gewertet und ist strafbar!

Bei weiteren Fragen lasst Euch beraten!

Wenn verletztes Wild nach einem Unfall flüchtet, wird es grundsätzlich vom zuständigen Jäger nachgesucht. Hierfür werden besonders ausgebildete Hunde eingesetzt, die in der Lage sind, auch am nächsten Tag noch die Spur und das verletzte Wild zu finden. Da von verletzten Wildschweinen eine erhöhte Gefahr für Jäger und Hund ausgeht, finden die Nachsuchen in der Regel nur bei Tageslicht statt. Weitere Hinweise und Tipps zum Thema Wildunfälle gibt Euch der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg, Polizeioberkommissar Dirk Poppinga, unter der Telefonnummer 04181 285-109.

Bildquellen

  • Verkehrssicherheitsberater Dirk Poppinga: Polizeiinspektion Harburg