Kinos und Theater dürfen wieder öffnen, Hotels und Pensionen dürfen unter Vorlage eines Hygienekonzeptes alle Zimmer belegen und Zusammenkünfte von Vereinen sind erlaubt: Diese und weitere Lockerungen im Umgang mit der Corona-Pandemie treten am Montag, den 22. Juni 2020, in Niedersachsen in Kraft. 

Unberührt von den Änderungen bleibt die Maßgabe, dass jede Person physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, auf ein absolutes Minimum zu reduzieren hat. Deutlich gelockert wurden aber die Vorgaben zum Aufenthalt in der Öffentlichkeit: Künftig ist es zulässig, sich mit bis zu zehn Personen zu treffen, die nicht zum eigenen oder einem weiteren Hausstand angehören. Damit sind Gruppentreffen, Picknicken oder Grillen im Freien künftig erlaubt. „Angesichts der (…) Lockerungen ist es aber umso wichtiger, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten und, wann immer es angezeigt ist, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen“, appelliert Landrat Rainer Rempe. „Die Corona-Pandemie ist noch nicht überwunden. Nur wenn wir uns alle weiterhin umsichtig verhalten, können wir ein erneutes Ausbreiten des Virus verhindern.“

Bildung

Kindertageseinrichtungen sollen wieder öffnen und allen Kindern einen Betreuungsplatz anbieten.

– Neben Zeugnisübergaben sind auch Verabschiedungen und Einschulungsfeiern wieder möglich. Mögliche Elemente einer Feierstunde können Grußworte und Videobotschaften, abgespielte Musik, digitale Präsentationen und Ähnliches sein.

Tourismus

– Ferienwohnungen und -häuser, Campingplätze und Bootsanleger können künftig sowohl ohne die bisherige Wiederbelegungsfrist als auch ohne eine Auslastungsbeschränkung vermietet werden. Außerdem können – analog zu den gelockerten Kontaktbeschränkungen – bis zu zehn Personen gemeinsam ihren Urlaub in einer Parzelle auf einem Campingplatz oder in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus verbringen – unabhängig davon, ob sie aus einem Hausstand kommen oder nicht.

– Für Hotels in Niedersachsen fällt die Auslastungsbeschränkung von 80 Prozent weg. Nach wie vor müssen die Betreiber ein Hygienekonzept vorlegen und die Hygieneauflagen beachten.

– In Jugendherbergen, Familienferien- und Freizeitstätten, Bildungsstätten und ähnlichen Einrichtungen sind Gruppenveranstaltungen und -angebote für Minderjährige und die Aufnahme von Gruppen Minderjähriger wieder bis zu einer Gruppengröße von 16 Personen zulässig. Dabei müssen die Abstandsregeln beachtet werden.

– Die Auflagen für touristische Busreisen werden ebenfalls gelockert. So muss während des Aufenthalts im Bus nicht zu jeder Zeit der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und nicht jede zweite Sitzreihe freigehalten werden. Ab dem 22. Juni gilt, dass die Abstände soweit möglich eingehalten werden müssen. Ein Mund-Nase-Schutz muss trotzdem während des gesamten Aufenthalts im Bus getragen werden.

– Die Regeln für die Ein- und Rückreise aus dem Ausland nach Niedersachsen sind entsprechend der Bund-Länder-Absprachen vereinheitlicht worden. Künftig gilt keine generelle Quarantänepflicht mehr, sondern nur noch in den Fällen, in denen ein Ausreiseland durch das Robert-Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen wurde.

Öffentliches Leben, Kultur und Sport

– Analog zu den gelockerten Kontaktbeschränkungen können jetzt bis zu zehn Personen, die auch aus mehreren Hausständen kommen können, gemeinsam ein Restaurant besuchen. Außerdem muss es zwischen den Tischen in Restaurants, Bars etc. keinen Mindestabstand von zwei Metern mehr geben. Allerdings bleibt ein Mindestabstand zwischen Personen unterschiedlicher Gruppen Pflicht.

– Kulturelle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind wieder möglich. Dies gilt unter anderem für Kulturzentren, Theater und Opernhäuser, aber auch für Kinos. Für den Besuch gilt unter anderem: Es dürfen maximal 250 Besucherinnen und Besucher teilnehmen. Sie müssen während der Veranstaltung sitzen. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müssen Besucherinnen und Besucher außerdem eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Die Kontaktdaten sind zu dokumentieren.

– Chöre und Bläserensembles dürfen ihre Proben im Freien abhalten, müssen aber die üblichen Daten aller Teilnehmenden dokumentieren.

– Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern bleiben bis mindestens Ende Oktober untersagt.

– Bei Amateur-Sportveranstaltungen sind wieder Zuschauerinnen und Zuschauer zulässig. Bei kleinen Sportveranstaltungen und Turnieren sowie dem Training können bis zu 50 Personen zuschauen, wenn sie dabei einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. Darüber hinaus, also ab 50 Personen, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Sicherheit der beteiligten Personen gewährleistet werden kann. Insbesondere müssen dann alle Zuschauerinnen und Zuschauer sitzen und ihre Kontaktdaten abgeben. Die Höchstgrenze beträgt 250 Zuschauerinnen und Zuschauer. Für Profisportveranstaltungen gilt auch in Niedersachsen weiterhin, dass die Anwesenheit von Zuschauerinnen und Zuschauern nicht erlaubt ist.

Wenig Kontakte und Mund-Nasen-Bedeckung bleiben geboten

Die neuen Regelungen gelten bis einschließlich 5. Juli. Wir alle sind weiterhin angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist weiterhin dort zu tragen, wo Abstände von 1,5 Metern nicht eingehalten werden können. Pflicht ist sie insbesondere beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen. Auch an kulturellen Veranstaltungen kann nur mit Mund-Nasen-Bedeckung teilgenommen werden.

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