Tine Lindemann, ehemalige WM-Handballspielerin und aktuelle Torwarttrainerin der Handball-Luchse, ist vor einiger Zeit unter die Autorinnen gegangen und hat ein Buch namens „Oma Miras WG – Wenn das Leben das Alter überholt…“ geschrieben. Warum Oma Mira eine Art Lebenscoach ist und innovative Wege in Tines Leben schon immer eine Rolle gespielt haben, verrät sie uns im Nordheide-Interview.

Buchholz Connect: „In Deinem Buch geht es um eine recht ungewöhnliche WG, die aus der 72-jährigen Oma Mira und ihrem Hund Cicero, dem 54-jährigen Soziologen
Jan und der 23-jährigen Musikstudentin Emma besteht. Wie kam es zu
dieser Konstellation?“

Tine Lindemann: „Ich habe eine Rahmenhandlung für eine schöne Geschichte und Beobachtungen gesucht und fand diese Zusammensetzung der generationsübergreifende WG klasse. Ich mag es, wenn neue Gedanken gedacht werden und neue konstruktive Dinge eine Chance bekommen. Oma Mira ist sehr modern. Sie lebt lebenslanges Lernen und konstruktive Problemlösungsstrategien vor und bringt ihre Erfahrungen auf liebenswürdige Art ein. Eigentlich ist sie ein wunderbarer Lebenscoach.“

BC: „Die Altersunterschiede zwischen den Mitbewohnern sind ziemlich groß und jeder befindet sich in einem anderen Lebensabschnitt. Wie äußert sich das?“

TL: „Unterschiedliche Lebenssituationen haben die drei zusammengebracht und sie merken, dass sie trotz Altersunterschied recht gut miteinander auskommen, voneinander profitieren und Spaß haben können. Ich habe die skandinavische Lebensart kennenlernen dürfen und fand die überwiegende Suche nach „Möglichkeiten“ und „Lösungen“ anstelle von „Hindernissen“ toll. Diese unkonventionelle Art ist in vielen Dingen förderlich und macht das Leben angenehm.
In Zeiten von Corona sind ja auch gerade überall neue Lösungen gefragt und es werden, noch bis vor kurzem, nie gedachte Wege eingeschlagen. Homeschooling, Geisterspiele etc. Das hätten vor 6 Monaten nur wenige für möglich gehalten.“

BC: „Neben Deinem Autorinnen-Dasein kennt man Dich als Weltklasse-Handballspielerin und Trainerin. Was war Deine Motivation ein Buch über eine skurrile WG in Kopenhagen zu schreiben?“

TL: „So skurril finde ich die WG gar nicht. 🙂 Eher innovativ in einer Zeit von Wohnungsknappheit und Vereinsamungstendenzen in Großstädten. Ich wollte ein entspanntes Buch schreiben, welches den Lesern ein Lächeln ins Gesicht zaubert sowie zu erfrischenden Blickwinkeln inspiriert.
Wenn man die Verbindung zu meiner Handballkarriere sucht, kann man durchaus einen roten Faden sehen. Ich bin zum Beispiel auch neue Wege gegangen und bin als erste deutsche Nationalspielerin nach Norwegen gewechselt. Darüber hinaus bin ich seit frühen Entwicklungsstufen eine Freundin des Beachhandballs und freue mich sehr, wenn diese Sportart den Sprung zu Olympia schaffen sollte.“

BC: „Nachdem Du jetzt den kompletten Prozess vom Schreiben bis hin zur
Veröffentlichung miterlebt hast: Gab es besondere Momente?“

TL: „Das Planen und Schreiben hat mir viel Freude gemacht. Es gab viele schöne Momente mit meiner Tochter während des Entstehungsprozesses. Ein toller Augenblick war es, das Buch im Schaufenster eines Buchladens zu sehen. Ich bekomme immer wieder lustige Rückmeldungen zum Buch, die mich freuen.“

BC: „Sind weitere Bücher in Planung?“

TL: „Ja!“

Bildquellen

  • Tine Lindemann mit ihrem Buch „Oma Miras WG“: Foto: Zoe