Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben den Schulalltag in Buchholz ordentlich durcheinandergebracht. Für unsere neue Serie „Corona: Die Lage an Buchholzer Schulen“ haben wir mehrere Schulleiter zur aktuellen Lage an ihrer Schule befragt. Nach Klaus Rieger von der Christlichen Schule Nordheide hat uns Kira Buchmann, Schulleiterin der Berufsbildenden Schulen Buchholz, Rede und Antwort gestanden.

Welche Klassen sind bei Ihnen aktuell im Präsenzunterricht?

„An den Berufsbildenden Schulen in Buchholz beschulen wir die unterschiedlichsten Abschluss- und Prüfungsklassen bereits seit dem 27. April 2020. Die Berufsschulklassen, die in den nächsten Wochen eine Kammerprüfung absolvieren, die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Gymnasien, gestartet mit einem 14-tägigen Repetitorium und nun in diesen Tagen die Abiturprüfungen absolvierend sowie die angehenden Erzieherinnen und Erzieher waren die ersten Klassen im Präsenzunterricht. In Phase B des dreistufigen Plans ‚Präsenzunterricht in den berufsbildenden Schulen‘ beschulten wir darüber hinaus die Schülerinnen und Schüler der Berufseinstiegsschule und alle Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr. Die Prüfungsvorbereitung für die fünf Fachoberschulklassen findet als Repetitorium seit dem 11. Mai 2020 statt. Seit Montag, 25. Mai 2020, befinden wir uns in Phase C, in deren Verlauf alle Klassen der Berufsbildenden Schulen in Buchholz im Präsenzunterricht beschult werden. Klassen, die ihre Abschlussprüfungen absolviert haben, werden bis zur Zeugnisübergabe nicht mehr in der Schule unterrichtet.“

Wie „normal“ läuft der Unterricht bei Ihnen zurzeit ab?

Kira Buchmann von der BBS Buchholz

„Dank der guten Unterstützung durch die Schulassistentin, den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter und den Hausmeistern wurde der ‚Rechtsverkehr‘ und das ‚Einbahnstraßen-Prinzip‘ in allen vier Schulgebäuden ausgeschildert. Alle Klassenräume und Sanitäranlagen wurden nach den Vorgaben des Rahmen-Hygieneplans des Landes Niedersachsen vorbereitet und werden regelmäßig kontrolliert.
Die Beschulung erfolgt unter Corona-Bedingungen natürlich anders als sonst, dies betrifft sicherlich jede Unterrichtsstunde. Die Lernenden werden oftmals in ‚halben‘ Klassen beschult, die kooperative Unterrichtsmethoden sind stark eingeschränkt und viele Sozialformen des handlungs- und kompetenzorientierten Unterrichts sind nicht möglich.
Eine Besonderheit stellt der Fachpraxisunterricht dar; er findet nicht in den Werkstätten statt, die Lehrkräfte entwickeln nun neue Aufgabenformate für die Lerngruppen, die theoretisch und in einem allgemeinen Unterrichtsraum erarbeitet werden können.
Die neuen Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, so werden z.B. Schülerinnen und Schüler, die zur Risiko-Gruppe zählen, per Videokonferenz in den Präsenzunterricht zu geschaltet.“

Wie sieht die Ausstattung Ihrer Schule mit digitalen Lernmitteln aus?

„Neben den klassischen PC-Räumen mit ca. 250 Computern gibt es in der Schule zahlreiche mobile Geräte. Diese sind einfache Tablets, Notebooks, Beamer und verschiedenste Multimediageräte. Ihre Nutzung ist auf den Unterricht in der Schule beschränkt. Den Schülerinnen und Schülern steht neben dem flächendeckenden WLAN in allen Gebäuden auch eine Lerninsel zur Verfügung (derzeit nicht nutzbar). Hier kann, neben der Bibliothek gelegen, selbstbestimmt gearbeitet werden. Die Nutzung der schülereigenen digitalen Endgeräte ist dank des WLANs immer möglich und wird durch die Schulordnung geregelt. Viele Unterrichtsräume sind bereits mit digitalen Tafeln ausgestattet. Hier sollen in den nächsten Jahren weitere Räume folgen.
Die Corona-Krise zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind, aber in den kommenden Jahren noch viel Geld in die Ausstattung und vielfältige Fortbildungen für die Lehrenden erfolgen müssen.“

Welches sind die größten Probleme für Ihrer Lehrer und Schüler aktuell?

„Die vielfältigen Beschulungsformen: Präsenzunterricht, Lernen zu Hause, geteilte Lerngruppen und verstärkte Aufsichten stellen eine logistische Herausforderung für die Stunden- und Vertretungsplanung dar. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir eigentlich in der Hochphase der Vorbereitungen für das nächste Schuljahr sind. Im August werden ca. 700 neue Schülerinnen und Schüler erwartet, insgesamt werden im Schuljahr 2020/2021 1600 Schülerinnen und Schüler unsere Schule besuchen.
Nicht alle Lernenden verfügen über die digitale Infrastruktur und können somit nur postalisch mit Lernmaterialen beim ‚Lernen zu Hause‘ versorgt werden.
Über 45 % der Lehrkräfte sind in Prüfungsabläufe gebunden, ca. 15 % der Lehrkräfte sind als Risikopersonen im Homeoffice, somit verbleiben nur ca. 40 % der Lehrkräfte für die Aufsichten auf dem Schulgelände und in den Gebäuden. Da die Aufsichtsbereiche sehr stark ausgeweitet werden mussten, um die rechtlichen Vorgaben umzusetzen, sind die Lehrkräfte teilweise mit vielen Aufsichten beauftragt. Insgesamt sind wir als Schulgemeinschaft mit der Bewältigung der Ausnahmesituation zufrieden und hoffen, dass alle gesund und erfolgreich das Schuljahr zu Ende bringen!“

Bildquellen

  • Kira Buchmann von der BBS Buchholz: BBS Buchholz
  • BBS: BBS