Es ist ihr siebter Roman: Die Buchholzer Autorin Sonja Rüther hat gerade „Der Bodyguard“ veröffentlicht. Sie hat uns verraten, warum dies keine typische Bodyguard-Geschichte geworden ist und uns für unsere Arbeit im Homeoffice Tipps gegeben.

Eine Liebesgeschichte plus jede Menge Spannung sind die Kernelemente des neuen Romans „Der Bodyguard“. Geschrieben hat ihn Sonja Rüther. Die 44-jährige lebt mit ihrer Familie in Buchholz. Hier betreibt sie auch den kleinen Verlag Briefgestöber und den Kreativhof Ideenreich, wo zweimal jährlich Seminare und Workshops zum Thema „Professionelles Schreiben“ mit Sina Beerwald, Thomas Finn, Markus Heitz und Boris Koch stattfinden. Diese Seminar sind für alle offen, die gerne schreiben. Als gebürtige Hamburgerin siedelt sie ihre Thriller gerne in den ihr bekannten Stadtteilen an. Neben Thrillern schreibt sie Dramen, Phantastik, Horror und Sachbücher.

Liebe trifft auf Rache

In „Der Bodyguard“ geht es um Maik, der als Personenschützer im Sicherheitsteam eines Hamburger Großindustriellen anfängt. Als er für den Schutz von Lynn eingeteilt wird, verliebt er sich Hals über Kopf in diese ungewöhnliche Frau, doch was romantisch beginnt, wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Ohne, dass Maik es verhindern kann, wird Lynn entführt, aber die Gegner verlangen kein Geld für ihre Freilassung, sie kennen nur ein Ziel: Rache. Und sie sind bereit, dafür über Leichen zu gehen. Maik bleibt nur eine Wahl: Um Lynn zu retten, muss er alle Regeln brechen.  

Sie wirft gerne Klischees über Bord

Wie ist sie auf diese Geschichte gekommen? „Der Verlag fragte, ob ich auch einen Thriller mit einer starken Liebesgeschichte schreiben könne. Das Bild von Maik und Lynn war sofort in meinem Kopf, allerdings wollte ich keine typische Bodyguardgeschichte erzählen. Meine tägliche Inspiration, um mit Klischees zu brechen und aktuelle Themen mit einfließen zu lassen, sind die Medien und sozialen Netzwerke, aber hauptsächlich fange ich mit einer spontanen Grundidee an, zu schreiben, und schaue dann, wo es hinführt. Eine Herangehensweise, die ich nicht jedem empfehlen würde, aber bei mir funktioniert es wunderbar“, erzählt die Autorin.

Lesereise musste wegen Corona entfallen

Sonja Rüther

Auch sie wurde bei ihrer Arbeit durch die Corona-Pandemie und die verbundenen Einschränkungen in den letzten Woche beeinflusst. „Dadurch, dass meine Familie zuhause ist, kann ich mich nicht so sehr konzentrieren wie sonst. Wobei ich noch Glück habe, meine Kinder sind schon recht groß und selbstständig. Zudem sollte ich jetzt auf Lesereise sein, um meinen Roman zu präsentieren, das fällt komplett weg. Es ist nicht die beste Zeit, um einen Roman auf den Markt zu bringen, aber jedes Mal sehr besonders, wenn man sein Werk als fertiges Buch in den Händen hält und die ersten Rückmeldungen kommen, wie die Leserschaft die Geschichte findet“, so die Buchholzerin.

Rituale und Akzeptanz helfen im Homeoffice

Aber immerhin hatte sie schon vor der Pandemie Erfahrungen mit der Arbeit im Homeoffice, die für viele von uns neu ist. Für die Arbeit zuhause setzt Sonja Rüther auf feste Rituale und Akzeptanz – und auf Kaffee: „Mit einem Kaffee an den Laptop setzen, nur kurz in die Mails und sozialen Netzwerke schauen und dann an die Arbeit gehen. Wenn durch die neuen Umstände etwas nicht so läuft oder die Arbeit wegen der Familie unterbrochen werden muss, akzeptiere ich, dass in dieser besonderen Zeit nicht alles optimal laufen kann. Dann schaffe ich eben nicht alles, was ich mir vorgenommen habe, aber das ist okay. Und wenn die Luft mal raus ist, erstelle ich eine Checkliste. Es kann tatsächlich sehr motivierend sein, Punkte als erledigt abzuhaken.“

„Das Ergebnis muss stimmen“

Aus dem Buch „Schreiben in Cafés“ hat sie einen Grundsatz übernommen: Man braucht keinen perfekten Arbeitsplatz, wer schreiben will, schreibt: „Das kann man sicher auf jede Arbeit übertragen, die man Zuhause erledigen will oder muss“, erklärt sie. „Manchmal hilft mir auch Prokrastination, um mit Abstand an die Arbeit zurückzukehren. Also eine Weile vollkommen andere Dinge tun, um die eigentliche Arbeit zu vermeiden. Das Ergebnis muss stimmen: Pünktlich und das bestmöglichste Ergebnis in vollem Umfang.“Das hat auch dieses Mal wieder geklappt: „Der Bodyguard“ ist bei Droemer Knaur erschienen und als EBook und Printausgabe erhältlich.

Bildquellen

  • Sonja Rüther: Stephanie Schierenbeck