Die Kontakteinschränkungen durch die Corona-Pandemie verschärfen die Notlage von Kindern, die Vernachlässigung oder sogar Gewalt und Missbrauch in ihrer Familie erleiden müssen. Denn aktuell kann das soziale Umfeld mögliche Vorfälle schwerer entdecken. Hilfe gibt es von unterschiedlichen Stellen.

In normalen Zeiten fällt es Erzieherinnen und Erziehern oder Lehrkräften noch auf, wenn Kinder und Jugendliche vernachlässigt werden, sie blaue Flecken haben oder verängstigt wirken. Während der Corona-Krise spielt sich das Leben dagegen zu Hause ab, hinter verschlossenen Türen. Hinzu kommt: Familien sind lange und unterbrochen zusammen, oft beengt und ohne Privatsphäre. Durch diese oft schwierige Situation steigt für Kinder und Frauen das Risiko, in den eigenen vier Wänden misshandelt oder missbraucht zu werden.

Appell an die Bevölkerung

Doch für Betroffene gibt es Hilfe: Der Berufsgruppenarbeitskreis gegen sexuelle Gewalt im Landkreis Harburg, in dem sich Fachkräfte verschiedener Institutionen aus dem Landkreis regelmäßig austauschen, hat auch in der aktuellen Situation das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Blick. Der Arbeitskreis appelliert an die Bevölkerung, aber auch an die Fachkräfte, jetzt besonders aufmerksam zu sein und sich zu melden, wenn sie sich um Kinder und Jugendliche Sorgen machen. Und selbstverständlich sind die Fachkräfte auch für die Betroffenen Ansprechpartner.

Hier gibt es auch anonyme Hilfe

Die Abteilung Jugend und Familie der Kreisverwaltung, die Erziehungsberatungsstelle, die Beratungs-und Koordinationsstelle des Kinderschutzbundes sowie alle Beratungsstellen im Landkreis Harburg bieten Beratung. Sie gehen möglichen Hinweisen nach und suchen die Familien in Gefährdungssituationen auch zu Hause auf beziehungsweise nehmen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen auf. Die Fachkräfte im Landkreis Harburg sind dabei eng miteinander vernetzt und beraten anonymisiert. „Im Landkreis Harburg soll kein Kind und kein Jugendlicher mit einem Problem oder Ängsten vor Übergriffen allein bleiben. Wir bieten Hilfe, Gespräche und Schutz an“, betont Gabriele Fried, Netzwerkkoordination Frühe Hilfe/Kinderschutz beim Landkreis.

Kontakte für Hilfe

  • Landkreis Harburg, Abteilung Jugend und Familie (Jugendamt) Telefon 04171 – 693 480, E-Mail jugend+familie@lkharburg.de
  • Landkreis Harburg, Netzwerkkoordination Frühe Hilfen/Kinderschutz Telefon 04171 – 693 488
  • Erziehungsberatungsstelle Winsen, St.-Barbara-Weg 1, Winsen, Telefon 04171 – 693 9290, E-Mail erziehungsberatung@lkharburg.de
  • Erziehungsberatungsstelle Buchholz, Hamburger Straße 23, Buchholz, Telefon 04181 – 969 393, E-Mail erziehungsberatung@lkharburg.de
  • Beratungsstelle und Koordinationsstelle gegen sexuelle Gewalt des Kinderschutzbundes Landkreis Harburg, Neue Straße 13, Buchholz, Telefon 04181 – 38 06 36, E-Mail info@dksb-lkharburg.de
  • Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen: www.diakonie-hittfeld-winsen.de .

Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig hat zudem eine Seite mit einem Angebot für Kinder und Jugendliche ins Netz gestellt und Flyer erstellt: www.kein-kind-alleine-lassen.de.

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