Wie ist man füreinander da, wenn man sich doch voneinander fernhalten soll? Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verändern auch die ehrenamtliche Arbeit des Oekumensichen Hospizdienst Buchholz e.V.. An dessen Auftrag hat sich hingegen nichts verändert: Nähe und Trost denjenigen zu spenden, die miteinander das letzte Stück Lebensweg gehen.

Hospiz ist ein Wort, was viele Menschen abschreckt. Wann ist der „richtige Zeitpunkt“ sich an einen Hospizdienst zu wenden und wie sieht die Unterstützung insbesondere in Zeiten von COVID-19 aus? Svenja Soria Vega, Koordinatorin des Oekumenischen Hospizdienst Buchholz e.V., hat Buchholz Connect Antworten auf diese Fragen gegeben und stellvertretend für ihre Kollegen und Kolleginnen einfühlsame und aufbauende Erklärungen zur Hospizarbeit während der Corona-Krise gefunden.

Hier hilft der Hospizdienst

Der Oekumenische Hospizdienst Buchholz e.V. bietet schwerkranken und sterbenden Menschen und deren An- und Zugehörigen palliative Beratung an. In persönlichen Gesprächen geben die Koordinatorinnen des Hospizdienstes Antworten auf die vielen Fragen, die sich im Zuge einer schweren Erkrankung zur Zukunft und zum Leben aller Beteiligten ergeben. Sie beraten und unterstützen zu den Themen:

  • Organisation ambulanter und palliativer Versorgung
  • Entlastung der Angehörigen
  • Vermittlung ehrenamtlicher Begleitung des Erkrankten und der An- und Zugehörigen
  • Leistungen von Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Sozialleistungen im Zusammenhang mit der Erkrankung
  • Patientenverfügung und Betreuungsvollmachten
  • medizinisch-pflegerische Fragen

Corona-Maßnahmen nehmen Einfluss auf die Hospizarbeit

Trotz dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) möchte der Oekumenische Hospizdienst seine Arbeit fortsetzen und nimmt auch jetzt Begleitgesuche gerne entgegen! Durch die strengen Schutzmaßnahmen haben sich die Bedingungen für die Arbeit insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen stationären Einrichtungen geändert. Die Türen bleiben aufgrund des Besuchsverbots für den Hospizdienst vorerst zu. Die persönliche Begleitung von Menschen und Angehörigen in der akuten Sterbephase ist zwar eingeschränkt möglich, der Kreis von Kontaktpersonen sollte jedoch im Interesse aller und der jeweiligen Einrichtung so klein wie nötig gehalten werden. Im ambulanten, also häuslichen Bereich ist der Gestaltungsspielraum für die Arbeit des Oekumenischen Hospizdienst Buchholz e.V. unter strikter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen hingegen etwas größer.

Sorgen und Ängste mittragen

Unabhängig von der Situation, in der sich der erkrankte Mensch und seine An- und Zugehörigen befinden, wird in der Sterbe- und Trauerbegleitung individuell geprüft, welche Alternativen es zum direkten Kontakt geben kann. Vermehrt finden die Begleitungen daher per Telefon, E-Mail oder Brief statt. Wie bisher sind die Koordinatorinnen jederzeit unter der Telefonnummer 04181-134949 erreichbar. Darüber hinaus können alle Gesuche auch schriftlich an verein@hospizdienst-buchholz.de gerichtet werden.

„Für diejenigen, die Ihre Liebsten jetzt nicht in den Pflegeheimen besuchen können, für die möchten wir ein Gegenüber sein.“

Beschränkungen schaffen neue Probleme für Angehörige

Die Ehefrau, die ihren Mann bisher täglich im Pflegeheim besucht hat, muss aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 ihren Kontakt beschränken. Nicht nur dem Mann, auch der Frau bricht eine wichtige Konstante im Leben weg. Oft verstehen neurologisch erkrankte Menschen den plötzlichen Kontaktabbruch nicht und zurück bleiben große Verunsicherung, Angst den geliebten Menschen zu verlieren und dann nicht da gewesen zu sein. Der Oekumenische Hospizdienst möchte sich gerade an die An- und Zugehörigen wenden, die mit solchen und ähnlichen Problemen jetzt zuhause sitzen und jemanden brauchen, dem sie sich anvertrauen können.

Erschöpfung und Ängste bei den Angehörigen

Viele Angehörige übernehmen gerade in der Corona-Zeit verstärkt die häusliche Pflege ihrer geliebten Menschen und vermeiden es Dienste einzuschalten, um den Kreis von Kontaktpersonen klein zu halten. Die Nachbarin, die sonst immer mal auf einen Klönschnack kam, darf nun nicht mehr kommen. Die Tagespflege, die es ermöglicht hat eigene Freiheiten in den pflegerischen Alltag einzubauen, findet nun nicht mehr statt. All das und die permanente Betreuung des Herzensmenschen führen zu Isolation, Erschöpfung und vielen neuen Fragen und Ängsten. Auch hier möchte der Oekumenische Hospizdienst vor allem die Angehörigen entlasten – unabhängig von der Lebensphase des Erkrankten.

Unterstützung im Trauerprozess

Darüber hinaus richtet sich das Angebot des Hospizdienstes auch an die Trauernden, die gerade einen geliebten Menschen verloren haben. Durch die seit Wochen andauernden Schutzmaßnahmen und die sich ständig verändernden Bedingungen ist es zu einigen, teils traumatischen Trauer-Erlebnissen gekommen. Angehörige, die sich nicht so verabschieden konnten, wie sie es gebraucht hätten, um den eigenen Trauerprozess zu durchschreiten, sollen nicht alleine sein mit ihrer seelischen Ohnmacht. Auch sie dürfen sich gerne an den Oekumensichen Hospizdienst Buchholz e.V. wenden.

Hier nochmal die Kontaktdaten im Überblick:

  • Telefon: 04181-134949
  • E-Mail: verein@hospizdienst-buchholz.de

Der Oekumenische Hospizdienst Buchholz e.V. hofft, dass er seine gewohnte Arbeit bald wieder fortsetzen kann.

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