Die 34-Jährige Daria Kasprzyk arbeitet im ambulanten Pflegedienst der Johanniter im Landkreis Harburg und versorgt täglich Menschen aus der Risikogruppe. Neben der regulären Betreuung ihrer Kunden ist sie zurzeit für viele der einzige soziale Kontakt und wertvoller Ansprechpartner.

„Viele sind einsam. Mein Besuch ist für die Senioren oft das Highlight des Tages“, so Daria Kasprzyk. Da viele ihrer Kunden zudem kein Handy besäßen, könnten sie auch nicht neue Medien wie Videotelefonie nutzen, um mit Freunden oder Verwandten in Kontakt zu bleiben. „Einer meiner Kunden fragte mich, wie er in der Coronazeit ein bei einem Bekannten ausgeliehenes Buch zurückbringen kann. Wir haben dann besprochen, dass er es ja auf die Stufen vor die Haustür legen und klingeln kann, so dass der Sicherheitsabstand auf jeden Fall gewahrt ist und das Buch zu seinem Besitzer zurückkommt.“

Senioren noch dankbarer als vor der Krise

Während Kasprzyk ihre Kunden versorgt, Medikamente ausgibt, sie oder ihn duscht oder das Frühstück vorbereitet, unterhält sich die Pflegehilfskraft mit den Senioren: „Viele fragen mich, was jetzt genau erlaubt und was verboten ist oder wann die Coronakrise vorbei ist. Ich rede ihnen dann immer gut zu, dass wir jetzt abwarten, uns an die Regeln halten müssen und dass es irgendwann auch vorüber geht.“ Ihre Kunden seien derzeit noch dankbarer als vor der Coronakrise: „Sie bedanken sich oft mehrfach dafür, dass man für sie da ist und diesen Job macht. Das hört man natürlich gern, aber dieser Beruf bereitet mir einfach so viel Spaß, denn nirgends sonst bekommt man so viel positive Rückmeldung und Wertschätzung“, berichtet Kasprzyk.

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