Der Landkreis Harburg hat einen Zwischenstand zur Corona-Lage veröffentlicht. Neben einem Anstieg der Corona-Fallzahlen gibt es auch gute Nachrichten zu vermelden: Immer mehr Infizierte werden gesund, die Arbeit in den Testzentren in Buchholz und Winsen läuft reibungslos und der Krisenstab kümmert sich um ein gemeinsames Vorgehen mit dem Land Niedersachsen.

In dieser Woche gab es im Landkreis Harburg nach einem erst leichten Anstieg der Zahlen am Montag und Dienstag einen erheblichen Zuwachs am Mittwoch, den 01. April 2020, um 40 Personen. Erstmals ist eine einzelne Einrichtung stark betroffen: In einer Flüchtlingsunterkunft wurden insgesamt 22 Fälle festgestellt. „Das zeigt deutlich, dass es für Trendaussagen noch zu früh ist“, macht Landrat Rainer Rempe deutlich. Stand 01. April sind 208 Fälle von Corona im Landkreis nachgewiesen. Auch die Zahl derer, die bei den nachgewiesenen Fällen mitgezählt werden, inzwischen aber wieder genesen sind, wächst ebenfalls. Am 01. April waren es 43 Personen. Insgesamt 478 Personen befinden sich aktuell in Quarantäne. Gemessen an der Einwohnerzahl der jeweiligen Kommunen verteilen sich die erfassten Fälle relativ gleichmäßig über den Landkreis. „Die Situation ist derzeit noch gut beherrschbar, aber wir müssen weiterhin von Tag zu Tag schauen, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Landrat Rainer Rempe zum aktuellen Stand.

Vergleichsweise wenig schwere Verläufe

Die erfassten Corona-Fälle mit einem schweren Verlauf, bei denen die Betroffenen eine Behandlung im Krankenhaus benötigen, sind derzeit noch vergleichbar niedrig – aktuell werden acht Personen im Krankenhaus behandelt. „Wir müssen aber im Blick haben, dass diese Zahl steigen wird und ein Handeln erforderlich macht“, so Landrat Rainer Rempe.

Mehr Personal im Gesundheitsamt

Um die Aufgaben im Zuge der Corona-Pandemie zu bewältigen, wurde das Gesundheitsamt in den vergangenen zwei Wochen um 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Abteilungen aber auch durch Neueinstellungen von Fachpersonal verstärkt.

Testzentren Buchholz und Winsen arbeiten auf Hochtouren

In den beiden Testzentren im Landkreis Harburg in Buchholz und Winsen läuft der Betreib seit der Eröffnung vor knapp zwei Wochen reibungslos, insgesamt wurden dort bislang 562 Abstriche nach vorheriger Terminvergabe durchgeführt. Ankommende Personen melden sich am Fenster und registrieren sich mit Personalausweis und Krankenversicherungskarte. Erst danach geht die Person zum Arzt in den Container. Bei den Voraussetzungen für einen Test gilt derzeit die Maßgabe, dass die Person Kontakt zu einem nachweislich an Corona Erkrankten hatte und Symptome zeigt. „Ein Test bei Symptomfreiheit liefert kein belastbares Ergebnis. Vor dem Ausbruch der Krankheit kann es durchaus negative Testergebnisse geben, obwohl eine Infektion vorliegt. Die Viren lassen sich dann noch nicht über einen Abstrich nachweisen“, erklärt Astrid Schwemin. In den Testzentren arbeiten jeweils ein Arzt und eine Medizinische Fachangestellte unter Vollschutz, der Abstrich erfolgt über den Rachen und gegebenenfalls zusätzlich über die Nase. Der Vorgang dauert nur etwa fünf Minuten. Mit den Ergebnissen aus dem Labor kann derzeit innerhalb von einem bis drei Tagen gerechnet werden – je nach Labor und Auslastung.

Täglich zwei Lagebesprechungen im Krisenstab

Die aktuelle Lage genau im Blick hat der Krisenstab der Kreisverwaltung, der seine Arbeit am 18. März aufgenommen hat und dafür die Sitzungsräume im Kreisgebäude nutzt, in denen sonst Ausschüsse tagen oder Veranstaltungen durchgeführt werden. Hier geht es um Fragen wie: Wie entwickeln sich die Fallzahlen? Wie sieht die Lage in den Krankenhäusern aus? Sind genügend Schutzartikel vorhanden, wie lange reichen die Vorräte noch und wo ist Nachschub zu bekommen? Wo muss personell nachgesteuert werden? Wie lang sind die Wartezeiten im Telefonservice? Insgesamt 35 Landkreismitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Fachberater der Hilfsorganisationen sind im Krisenstab in zwei Schichten im Dienst.

Rempe dankt der Verwaltung und den Bürgern

Rainer Rempe ist in diesen Tagen froh, eine intakte und gut funktionierende Kreisverwaltung hinter sich zu wissen. „Was sich bereits 2015 in der Flüchtlingssituation gezeigt hat, zeigt sich jetzt wieder. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit hoher Motivation und großem Einsatz daran, dass wir die Herausforderungen im Zuge der Corona-Pandemie im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger bestmöglich bewältigen werden“, sagt der Landrat. Am Wichtigsten bleibe weiterhin, dass sich alle dafür einsetzen, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und die Infektionsketten zu durchbrechen, so Rempe. „Ich möchte allen Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis danken, dass sie sich so strikt an die Kontakteinschränkungen halten und dringend an alle appellieren, weiter konsequent zu bleiben. Je disziplinierter wir jetzt alle gemeinsam sind, desto besser schützen wir uns und unsere Mitmenschen!“

Bildquellen

  • Hygiene wird auch im Krisenstab großgeschrieben: Landkreis Harburg/BU
  • Wo sonst Sitzungen und Veranstaltungen stattfinden, ist der Zugang derzeit für Unbefugte gesperrt. Dort arbeitet der Krisenstab: Landkreis Harburg/BU
  • Landrat Rainer Rempe: Landkreis Harburg/BU
  • Zweimal täglich gibt es einen Lagebericht im Krisenstab an dem auch Landrat Rainer Rempe (3. v. re.) teilnimmt: Landkreis Harburg/BU