Seit dieser Woche ist das Coronavirus auch im Landkreis Harburg angekommen. Eine dreiköpfige Familie aus Rosengarten hat sich infiziert. Wir haben bei der Löns Apotheke in Buchholz nachgefragt, wie wir uns bestmöglich verhalten können, um gesund zu bleiben, und wie die Mitarbeiter sich selbst gegen Infektionen schützen.

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Kirstin Hoffmann

Hinter Filialleiterin Kirstin Hoffmann und dem Team der Löns Apotheke liegen intensive Wochen. Für viele Buchholzerinnen und Buchholzer ist die Apotheke der erste Anlaufpunkt bei Sorgen um die Gesundheit. Gerade jetzt, während sich das Virus SARS-CoV-2 ausbreitet, ist die Verunsicherung groß. In der Löns Apotheke stehen die Mitarbeiter mit Rat zur Verfügung. „Viele Menschen fragen uns nach Desinfektionsmitteln oder der Lieferfähigkeit von Medikamenten“, berichtet Hoffmann. „Es stimmt, es gibt bei gewissen Medikamenten Lieferschwierigkeiten. Diese werden durch das Coronavirus wahrscheinlich verstärkt, bestanden aber vorher schon“, erklärt die Apothekerin.

Desinfektionsmittel nicht zwingend nötig

Auch hier in Buchholz sind Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel derzeit ausverkauft. „Sollten Lieferungen kommen, werden diese für Ärzte oder Kliniken zurückgehalten.“ Dafür zeigen die meisten auch großes Verständnis, so Hoffmann: „Viele unserer Kunden sind empört darüber, dass die ‚Normalbevölkerung‘ wichtige Artikel bunkert, während medizinische Fachkräfte nichts mehr bekommen.“ Zu einer generellen Nutzung von Desinfektionsmitteln rät die Apothekerin auch nicht. „Es gibt andere Maßnahmen, um sich und andere mindestens genau so effektiv zu schützen“, weiß Kirstin Hoffmann.

Empfehlungen der Löns Apotheke

  • Die Hände oft und gründlich waschen. Die Seife dazu 20 bis 30 Sekunden zwischen den Fingern verreiben, die Hände gründlich abspülen und sorgfältig abtrocknen. Stehen keine Waschgelegenheiten zur Verfügung, können die Hände mit geeigneten alkoholischen Lösungen desinfiziert werden.
  • Andere Menschen nicht anhusten oder anniesen.
  • Nicht in die Hand husten, sondern in ein Einmaltaschentuch, ggf. in den Ärmel an der Ellenbeuge.
  • Beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen halten und sich von seinem Gegenüber abwenden.
  • Einmaltaschentücher verwenden und diese möglichst sofort nach einmaliger Benutzung in dicht schließenden Müllbehältern entsorgen.
  • Händekontakt vermeiden.
  • Berührung von Augen, Nase und Mund vermeiden.
  • Zu Erkrankten etwa 1-2 Meter Abstand halten.

Auch die Angestellten in der Löns Apotheke halten sich an diese Maßnahmen und waschen sich in der Erkältungssaison noch regelmäßiger die Hände. Zudem meiden sie Großveranstaltungen.

Corona-Tests weiterhin nur bei begründetem Verdacht

Der Landkreis Harburg weist darauf hin, dass Tests auf eine Infektion mit Corona unverändert auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nur bei Verdachtsfällen vorgenommen werden. Verdachtsfälle sind Personen mit Atemwegserkrankungen, die sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem bestätigten Coronafall hatten. Da eine Überlastung der Testlabore das gesamte Gesundheitssystem belasten würden, bleibt es bei dieser Einschränkung. „Zur Bewertung von Krankheitszeichen wie Fieber und Husten ist zu bedenken, dass wir uns zurzeit mitten in der Grippewelle befinden und zusätzlich weitere Viren Hochsaison haben, die Atemwegserkrankungen verursachen“, so Andres Wulfes vom Landkreis Harburg.

Ruhe bewahren und auf sich Acht geben

Auch Kirstin Hoffmann von der Löns Apotheke rät davon ab, in Panik zu verfallen. „Wer sich und sein Immunsystem stärken möchte, sollte jetzt und das ganze Jahr über auf einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und genügend Bewegung sowie eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen C und D und dem Spurenelement Zink achten. Denn diese tragen zu einer gesunden Funktion des Immunsystems bei.“

Schleimhäute feucht halten

Wer es Viren möglichst schwer machen möchte, über den Mund- und Rachenraum überhaupt erst in den Körper zu gelangen, sollte dafür sorgen, dass die Schleimhäute konstant feucht gehalten werden. Das gelingt zum Beispiel, indem man viel und regelmäßig Flüssigkeit (bspw. Tee oder Wasser) zu sich nimmt. „Sehr gut eignen sich auch Lutschpastillen mit Polyphenolen aus dem Pflanzenextrakt von Cistus creticus. Diese bilden einen Schutzfilm, der sich gleichmäßig über die Mund- und Rachenschleimhaut legt. Viren und Bakterien können damit abgeblockt werden. Wer sich oft in schlecht gelüfteten und trockenen Räumen aufhält, dem empfehlen wir meersalzhaltiges Nasenspray. Auch dies trägt dazu bei, die Schleimhäute feucht zu halten“, empfiehlt Hoffmann. Wer zu einer Risikogruppe gehört, wendet sich am besten an seinen Arzt um gegebenenfalls individuelle Maßnahmen zu ergreifen. „Ansonsten gilt für uns alle vor allem: Hände so oft wie möglich gründlich waschen“, so Hoffmann.

Bildquellen

  • Kirstin Hoffmann: Löns Apotheke
  • Löns Apotheke: Buchholz Connect
  • Löns Apotheke: Buchholz Connect