„Rettung des Kunstturnens in Buchholz!“, heißt eine Petition im Netz, bei der um die Unterstützung der Kunstturnabteilung des TSV Buchholz 08 gebeten wird. Dahinter steckt ein festgefahrener Konflikt, der seit längerem für Unruhe im Verein sorgt. 

Hintergrund des Streits ist die Neuvergabe von Trainingszeiten in der NordHeideHalle. Die NordHeideHalle verfügt über eine eigene Halle für das olympische Kunstturnen und bietet laut Verein damit „optimale Bedingungen für das männliche und weibliche Kunstturnen auf höchstem Niveau“. Die Buchholzer Kunstturnabteilung ist die größte Kunstturnabteilung Deutschlands mit unzähligen Erfolgen bis auf Bundesebene.

Neue Trainingszeiten für die Turner

Die Arbeitsgemeinschaft Buchholzer Sportvereine (ARGE Sport) hat zuletzt die Trainingszeiten geändert und die Kunstturner damit nach deren Angaben enorm benachteiligt. Ihnen stünden jetzt statt der attraktiven Abend-, die Mittags- und frühen Nachmittagsstunden fürs Training zur Verfügung. Durch Ganztagsschulen und viele nebenberufliche Trainingsleiter sei damit ein Training kaum noch möglich. Der Verein erklärte, aus diesem Grund diverse Kündigungen erhalten zu haben. Außerdem fürchteten viele Leistungssportler um ihre sportlichen Ziele und befänden sich teilweise auch auf der Suche nach einem neuen Verein mit besseren Trainingszeiten. Die wichtigen abendlichen Trainingszeiten erhielt nun Blau-Weiss Buchholz. Deren Nutzung der Halle stößt auf Kritik von 08. Blau-Weiss nutze die Halle für seine Aerobicturnerinnen, die statt in einer Kunstturnhalle auch in einer anderen Halle trainieren könnten.

Kein neuer Konflikt

Zwischen den Kunstturnern von Blau-Weiss und Buchholz 08 gibt es seit mehreren Jahren Querelen. Diese erneute Eskalation nahm ihren Anfang 2018: Ca. 40 Turnerinnen wechselten von Blau-Weiss zu 08. Vertreter der ARGE Sport und die Vereinsvorsitzenden Lothar Hillmann und Arno Reglitzky vereinbarten, dass 08 zwei Drittel und Blau-Weiss ein Drittel der Zeiten in der NordHeideHalle zugewiesen bekommt. Die ARGE Sport habe diese Vereinbarung im April 2019 „ohne Absprache oder vorherige Information der Verantwortlichen des TSV Buchholz 08“ aufgekündigt, so der Verein. Ein Einspruch sei von der ARGE Sport abgelehnt worden.

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ARGE: Keine Benachteiligung

Laut ARGE sieht die Lage gänzlich anders aus: Der Trainingsplan benachteilige 08 keinesfalls. Es sollen sogar fünf Trainingsstunden mehr sein, allerdings teilweise an anderen Stätten als der Kunstturnhalle. 08 weigere sich lediglich, zusammen mit Blau-Weiss einen Trainingsplan zu koordinieren. Blau-Weiss zeigt sich öffentlich kooperationsbereit, obwohl der Verein nicht länger der Buhmann in der Geschichte sein möchte.

Der Bürgermeister vermittelt

Die Kunstturner von 08 haben zu ihrer Unterstützung eine Petition gestartet, um das Kunstturnen in Buchholz zu retten, wie sie selbst sagen. Ob diese Petition genügend Unterstützer findet und dann auch wirklich eine Lösung des Streits zum Wohle der Sportler erzielt, wird sich zeigen. Mittlerweile versucht sogar Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse im Streit zu vermitteln.