Diese Woche ist es mit Temperaturen von über 30 Grad ganz schön heiß. Schlimmstenfalls droht bei solchen Temperaturen ein Hitzschlag. Der Landesarzt des DRK-Landesverbandes Niedersachsen e. V., Prof. Dr. med. Wolfgang Koppert gibt Tipps, wie Ihr einen Hitzschlag erkennt und Betroffenen helfen könnt. 

Oft behaupten wir scherzhaft, einen Hitzschlag zu bekommen, wenn es sehr warm ist. Aber wie erkenne ich, wenn es wirklich mal bedrohlich wird? „Bei einem Hitzschlag kommt es zum Wärmestau im Körper, was zu einer Erhöhung der Körpertemperatur bis auf 40 Grad oder mehr führt“, erklärt der Notfallmediziner. „Die Haut fühlt sich heiß und trocken an und der Pulsschlag ist beschleunigt. Außerdem versagt die Schweißproduktion, weil die Temperatur-Regelung im Körper gestört ist. Betroffene fühlen sich müde und erschöpft. Außerdem kann ein Hitzschlag zu Krämpfen und Erbrechen führen, ebenso zu Schwindelgefühl, Verwirrtheit oder auch Halluzinationen. Oft ist sogar Bewusstlosigkeit die Folge.“

Im Ernstfall: 112 anrufen!

Wenn Ihr bei einer Person einen Hitzschlag vermutet, helft dem Betroffenen sofort in den Schatten und lagert ihn flach liegend. Wenn kein Schatten zu finden ist, nutzt eine Decke als schattenspendendes Segel. Reicht der Person Wasser oder Fruchtsaftschorlen und Früchtetees an. Wenn Betroffene das Bewusstsein verloren haben, legt sie – bei vorhandener normaler Atmung – in die stabile Seitenlage. Ruft den Notruf 112 und überprüft Bewusstsein und Atmung bis der Rettungswagen da ist. Kühlt den Körper mit feuchten Tüchern, besonders im Bereich von Kopf und Nacken. Ganz wichtig: gebt kein Eis direkt auf den Körper.

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Was kann man tun, um einen Hitzschlag zu vermeiden?

„Meiden Sie während der heißen Tage nach Möglichkeit direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung. Schützen Sie Kopf und Nacken stets durch eine entsprechende Kopfbedeckung und achten Sie darauf, ausreichend zu trinken, alsp zwei bis drei Liter am Tag. Insbesondere für Kinder und Senioren ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Kinder sollten bei Hitzeperioden nicht in der Sonne spielen und Säuglinge dürfen auf keinen Fall der direkten Sonne ausgesetzt werden“, rät Prof. Dr. med. Koppert.
Ist ein Aufenthalt in der Sonne unvermeidbar, schützt Eure Haut durch Kleidung vor direkter Sonneneinstrahlung oder benutzt ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Die frühen Morgen- und/oder in die späten Abendstunden sind zur Zeit für Sport oder Spaziergänge besser geeignet als der Tag. Denkt außerdem daran, Euch gesund und mineralstoffreich zu ernähren. Also viel Obst, Gemüse und frische Säfte, lieber weniger Kaffee und keinen Alkohol, da beides den Kreislauf belastet.