„Montag ist mein Lieblingstag“, sagt mir eine Besucherin vom Yoga Circus, als wir gemeinsam vor der Tür auf die Trainerin warten. Am Ende des Abends kann ich sie verstehen. Denn so ein Wochenstart macht gute Laune.

Aber der Reihe nach. Eigentlich wollte ich nur eine Stunde Yoga bei Circus Direktorin Alex besuchen. Die Mädels luden mich aber auch noch zu einer Stunde Pole Dance ein. Klar, da bin ich dabei!

Pole Dance geht auch ohne High-Heels

Was ist das? Gutes, hartes Training, durch das ich Muskeln wieder gespürt habe, die ich lange vergessen hatte.
Was das nicht ist? Etwas Anrüchiges, bei dem Frau sich in ihrer Haut unwohl fühlen muss. Klar, man trägt eine sehr kurze Hose, da Haut nun mal besser auf der Stange hält als Kleidung. Aber von Table Dance Bar hat diese Veranstaltung wirklich nichts.
Das liegt auch an der Atmosphäre im Studio, die ist tiefenentspannt: Es läuft Musik, Trainerin Stella zeigt auch Pole-Neulingen wie mir mit Engelsgeduld, wann welche Hand oben oder unten an der Stange sein muss, wie ich mich um Stange und eigene Achse drehen kann, ohne mir selbst ein Bein zu stellen oder mir den Arm auszukugeln.

Hier wird geklettert ohne Helm

Und ich lerne Klettern. Bei Stella sieht Klettern also an der Stange möglichst leichtfüßig emporsteigen aus, als wäre es so leicht wie Zähneputzen. Bei mir sieht es aus, … na ja. Aber ich bekomme ein Lob für jede Kleinigkeit, die ich richtig mache. Die Stunde vergeht wie im Stangeumdrehen. Denn die Dinger drehen sich mit. Da kann einem schon mal schwindelig werden – vor allem aber vor positiver Energie.
Hinterher gebe ich mir noch eine Stunde Yoga bei Alex. Dass ich zwei Kurse hintereinander mache, beschert mir anerkennende Blicke und leichtes Schmunzeln – ich ahne Schlimmes für meinen Muskelkater in den nächsten Tagen.

Zum Lachen geht man hier auf die Matte

Die Yogastunde beginnt für mich überraschend. Die Trainerin und die Teilnehmer erzählen sich gegenseitig, was ihr Highlight vom Wochenende war. Die Stimmung ist entspannt und gelöst, ich fühle mich gleich wohl und erzähle auch gerne, was mich positiv bewegt hat.
Dann geht die Stunde richtig los und ehe ich mich versehe ist mir warm, ich versuche mich an Posen, die Kopf und Körper fordern und – wir lachen. Es wird in dem Kurs wirklich wahnsinnig viel gelacht! Das gefällt mir am besten, denn oft sind mir persönlich Yogakurse in anderen Studios zu streng. Da sehen Trainer und Schüler das alles etwas eng für meinen Geschmack. Hier ist es nicht so. Auch, wenn sich die meisten Teilnehmer untereinander kennen, fühle ich mich als Neuling gut aufgenommen. Nach einer Entspannungsphase, in der Alex mit ihrer sanften Stimme eine Geschichte erzählt, ist dieser Abend schon wieder vorbei.

Ein Circus mit Vintage-C

Trotz sechs Kindern und einem eigenen Studio hat sich Alex Zeit für mich und einen Plausch genommen. Sie hat den Yoga Circus gegründet. Warum eigentlich ‚Yoga Circus‘?
„Yoga sollte im Namen vorkommen, da die meisten Kurse hier Yogakurse sein sollten“, erklärt sie mir. „Es entwickelte sich fast von alleine, dass 50% unserer Angebote aus der Hebammenpraxis stammen. Das liegt vor allem daran, dass es extrem an Hebammen mangelt. Unser Angebot wird sehr gut aufgenommen. Sicherlich auch, da die Mütter sich bei uns wohlfühlen.“ Ein tolles Kompliment für Alex, die selbst auch Hebamme ist. „Außerdem mag ich es gerne bunt und probiere gerne viel aus. Das Studio ist im Vintage Look eingerichtet und daher schreibt sich mein Circus auch mit C statt mit Z.“

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Ein Ort für Familien

Wofür steht der Yoga Circus, will ich von ihr wissen. „Das hier ist ein Ort für Familien. Ok“, lacht sie, „es sind meistens die Frauen, die herkommen. Aber auch Männer sind herzlich willkommen. Schließlich bieten wir auch Männeryoga an. Aber auch ohne Kind ist man bei uns bestens aufgehoben.“ Das kann ich bestätigen.

„Ich möchte Menschen verbinden“

Für wen ist der Yoga Circus der richtige Ort? „Für alle. Wir haben Angebote für Männer, Frauen, Babys, Kinder. Wir wollen ein persönlicher, familiärer Ort sein. Mir ist es wichtig, meine Kunden mit Namen zu kennen. Diese familiäre Atmosphäre muss nicht für jeden das richtige sein. Doch mir war es in vielen Studios, die ich kennengelernt habe, zu anonym. Daher unterrichte ich auch im Kreis. Ich sehe alle Teilnehmer, alle Teilnehmer sehen mich und die anderen. Alle sind gleichberechtigt. Oft ergibt sich in Kursen eine regelrechte Unterteilung, ‚die Guten nach vorne, die Schlechten nach hinten‘. Das finde ich furchtbar. Ich möchte Menschen verbinden. Und das klappt ganz von alleine! Hier finden so viele spannende Begegnungen statt. Mancher Kurs ist wie ein schwarzes Brett. Ich staune immer wieder, wie sich zum Teil wildfremde Menschen mit Themen und Gesprächen finden.“

Noch mehr Gutes gefällig?

Das Gespräch mit Alex könnte auch noch länger gehen. Ihre Ausstrahlung wirkt auf mich sofort beruhigend. Respekt, denn wie gesagt: Sie hat sechs Kinder zuhause. Und ihr bunter Yoga Circus ist definitiv auch ihr Baby.
Wer sich mit weniger Bewegung entspannen möchte, für den hat der Yoga Circus noch was im Angebot. Massage! Sandra ist ganz neu im Team und steht Euch und Euren Muskeln mit ihren Händen zur Verfügung. Ein Angebot, das ich definitiv auch noch mal ausprobieren muss – vielleicht nach meiner nächsten Stunde oder meinen nächsten Stunden im Yoga Circus. Der Montag könnte auch mein Lieblingstag werden!

Kommt zur Geburtstagsfeier mit Flohmarkt!

Der Yoga Circus feiert Geburtstag! Die Party steigt in den Räumen in der Adolfstraße 16.
Am Samstag, den 27.April, gibt es ab 10 Uhr ein volles Programm Bewegung. Von 11 -15 Uhr findet auch ein Flohmarkt statt. Alle Infos findet Ihr unter yogacircus.de.