Verkehrsunfallstatistik 2017 - Buchholz Connect
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Bei 20,99% der Unfälle im Landkreis waren Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren beteiligt. (Foto: © Andrey Bandurenko - stock.adobe.com)

Verkehrsunfallstatistik 2017

16 März 2018 Artikel Blaulicht Nordheide News


Insgesamt 6453 Verkehrsunfälle erfasste die Polizei im Landkreis Harburg im vergangenen Jahr. 85 Unfälle weniger als 2016. 16 Menschen wurden bei den Unfällen getötet. Nach dem Zehnjahrestiefstwert von 7 im Jahr 2016 ist die Zahl damit wieder deutlich angestiegen.

Bei insgesamt 135 Unfällen wurden Menschen schwer verletzt (im Vorjahr: 140). Bei 723 Unfällen erlitten Beteiligte leichte Verletzungen (2016 waren es 783). Insgesamt gab es somit 874 Unfälle mit Personenschaden, somit 56 weniger als im Vorjahr. Die Summe der verunglückten Personen liegt bei 1165. 104 weniger als im Vorjahr.

Tödliche Unfälle

Sieben der 16 tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften. Dort war in der Regel nicht die hohe Geschwindigkeit ursächlich für die fatale Folge, sondern eher die Schutzlosigkeit der Fußgänger oder Radfahrer. Unter anderem lief am 12. März ein alkoholisierter Mann in Stelle unvermittelt auf die Fahrbahn und wurde von einem Pkw erfasst. Am 18. März durchfuhr ein Mann in Neu Wulmstorf mit seinem Fahrrad die geschlossenen Halbschranken eines Bahnüberganges und wurde von der S-Bahn erfasst. Am 29. April übersah ein Verkehrsteilnehmer in Meckelfeld beim Verlassen eines Grundstücks eine ältere Fußgängerin. Sie stürzte und verstarb an ihrer Kopfverletzung. Auch bei einem Unfall zwischen zwei Radfahrern war ein Toter zu beklagen.

Sachbearbeiter Verkehr PHK Frank Waldhaus und Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Harburg Wilfried Reinke (v.l.) – Foto: Polizeiinspektion Harburg

„Die bedauerlich hohe Zahl an Getöten im vergangenen Jahr ist zum Großteil durch Unfälle entstanden, die nicht mit den klassischen Gefahren des Straßenverkehrs zu erklären sind“, so Frank Waldhaus, Sachbearbeiter Verkehr der PI Harburg.
Die häufigste Unfallursache: mangelnder Sicherheitsabstand

Als häufigste Unfallursache wurde der mangelnde Sicherheitsabstand erfasst. Hier gab es insgesamt 500 Fälle. Als weitere häufige Ursache ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zu nennen. Diese spielte in 473 Fällen eine Rolle. Mit einigem Abstand folgen die Unfallursachen Fehler beim Gewähren der Vorfahrt oder beim Abbiegen. Eine Alkoholbeeinflussung beim Unfallverursacher war in 123 Fällen festzustellen. Eine Beeinflussung durch Drogen oder Medikamente spielte in 9 Fällen eine Rolle.

Risikogruppe: Junge Fahrer zwischen 18 und 24

Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an 995 Unfällen beteiligt. In 755 Fällen waren sie auch die Unfallverursacher. Etwa 12% aller Unfälle werden also durch Fahranfänger verursacht, sie haben aber nur rund 6% Anteil an der Gesamtbevölkerung. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen ist nach wie vor die Risikogruppe im Straßenverkehr. Die Präventionsarbeit, angefangen von Radfahrprüfungen an den Schulen, über Projekte wie „Runter vom Gas“, Schutzengel- oder das Fahrschulprojekt sind nach wie vor wichtig, um die jungen Menschen zu sensibilisieren.

Ältere Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren waren im Jahr 2017 an 1355 Unfällen beteiligt. Rund 74% dieser Unfälle wurden dabei von den Senioren verursacht.

Der Polizeipräsident der Polizeidirektion Lüneburg zieht ein Fazit

„Der Verkehrsraum benötigt jeden Tag Ihre ständige und uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Bleiben Sie wachsam und konzentriert!“ Er führt weiter aus: „Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibt auch weiterhin ein bedeutender Bestandteil unserer polizeilichen Aufgaben. Die gezielte Verkehrsüberwachung und -prävention sowie die Fortsetzung der initiierten Kampagnen, wie z. B. „Tippen tötet“ und „Fit im Auto“, stehen in der Polizeidirektion Lüneburg im Fokus. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit weiterhin nachhaltig zu erhöhen.“


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